Oktoberfest-Police im Test
Lieber eine Maß als eine Wiesn-Versicherung

Zum Oktoberfest gehören auch Suff-Unfälle und Maß-Malheurchen. Manche prügeln sich gar derart grün und weißblau, dass Folgeschäden bleiben. Eine Unfallversicherung für einen Tag verspricht Hilfe, lohnt sich aber nicht.
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MünchenWochenlang ins Dirndl gehungert, monatelang für die Echtlederhose gespart, jahrelang den Trinksport trainiert: Viele Oktoberfesttouristen tun alles, um sich auf der Münchener Festwiesn den Traum von Trink-, Ess- und Spaßkultur zu erfüllen.

Wer nach einer weiten Anreise über den Weißwurst-Äquator endlich am Ziel der feuchten Bierträume angelangt ist, der will es krachen lassen. Und zwar so richtig. „Ein bisserl über die Stränge schlagen ist bei vielen Besuchern durchaus eingeplant“, weiß die Stiftung Warentest und nimmt die für den zünftigen Maß-Genießer maßgeschneiderte Versicherung unter die Lupe.

Es ist die 24-Stunden-Wiesn-Police der Versicherungsgruppe die Bayerische („versichert nach dem Reinheitsgebot“). Kurzfristig per wiesnschutz.de abschließbar, kostet die Unfallversicherung sechs Euro pro Tag – und damit nur etwas mehr als eine halbe Maß Gerstensaft.

Sie gilt zunächst für 24 Stunden auf dem Oktoberfestgelände und auf dem Weg der direkten An- und Abreise. Der Vorteil gegenüber anderen Unfallversicherungen: Alkoholkonsum ist in den Bedingungen der Wiesn-Police ausdrücklich vorgesehen und kein Ausschlusskriterium im Versicherungsfall, wenngleich die Bayerische nichtsdestotrotz „einen verantwortungsvollen Umgang mit dem Bierkonsum“ anmahnt.

Mei, is des schee! Nachhaltige Unfallfolgen, unfallbedingte kosmetische Operationen, Kosten für einen Krankentransport oder für die Wiederbeschaffung verlorener Papiere: Das tägliche rundum-sorglos-Paket soll Trachtenträger und Humpenstemmer vor Freude jodeln lassen.

Die Police selbst liest sich aber nüchterner als ein Verkehrspolizist am Bavariaring. Wer denkt schon gern und ohne Schaudern an amputierte Zeigefinger (10 Prozent der Versicherungssumme), ausgestochene Augen (25 Prozent) und Vollinvalidität (100 Prozent)?

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Lieber eine Maß als eine Wiesn-Versicherung

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Die Versicherungssumme ist zu gering

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