Oktoberfest
Trachtenboom zur Wiesn: Dirndl und Lederhose sind Pflicht

In Zeiten der Globalisierung ist die Sehnsucht nach Heimat groß. Auch für junge Menschen ist Tracht nicht mehr spießig. Moderne Designer sorgen für Belebung. Im Trend: hochgeschlossene Dirndl und ein Hauch von Luxus.
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München/WienAls die erfolgreiche Internet-Trachtenhändlerin Sonja Ragaller vor einigen Jahren ihren ersten stationären Almliebe-Laden in München eröffnete, wollte sie am ersten Wiesnsamstag eigentlich um 12 Uhr zusperren und mit den Kollegen zum Anzapfen auf das Oktoberfest gehen.

Der große Ansturm, so die Erwartung, müsste dann doch vorbei sein. Doch von wegen. Auch nach dem Wiesn-Anstich wollten viele Kunden sich noch in letzter Minute mit Lederhosn und Dirnl eindecken. Das Almliebe-Team musste Sonderschichten einlegen. Denn: „Der Run auf die Tracht ist ungebrochen“, sagt Ragaller.

Noch vor wenigen Jahrzehnten war auf der Wiesn kaum Tracht zu sehen. Doch wenn Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter am Samstag das erste Fass auf dem 184. Oktoberfest anzapft, ist Tracht wieder Pflicht. Janker und Dirndl sind gesellschaftsfähig geworden.

Dominierten anfangs auf dem Oktoberfest oft grelle Billigtracht vom Discounter und ultrakurze Dirndl mit tiefem Ausschnitt, hat sich inzwischen eine junge Designer-Schar etabliert, die auf moderne, hochwertige Trachten setzt.

Und wer es etwas luxuriöser oder mondäner mag, kann sich für vierstellige Beträge ein maßgeschneidertes Dirndl von Lola Paltinger oder Susanne Bisovsky kaufen, die für das österreichische Label Sportalm designt. Der Trend in diesem Jahr – egal ob bei den jungen Wilden oder den Etablierten: Das hochgeschlossene Dirndl und ein wenig Luxus-Schick.

Für den steht die österreichische Designerin Susanne Bisowsky. Bis zur Decke hängen in ihrem Atelier mit Rosen, Osterglocken und Tulpen verzierte Metalldosen an der Wand. Bisovsky betrachtet die Gebrauchsgegenstände aus früheren Jahrzehnten in der Küche ihres Wiener Modesalons gern und oft.

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