Insgesamt registrierten die Beamten in diesem Jahr einen Anstieg der Körperverletzungen mit Maßkrügen auf 59 - im vergangenen Jahr waren es 38. Am Samstagabend erlitt ein 26-jähriger Mann eine Gehirnblutung und wird auf einem Auge blind bleiben; ein weiterer wurde erheblich im Gesicht verletzt. Einmal war der Krug auch zur Waffe im Streit um das ansonsten unerwartet gut funktionierende Rauchverbot geworden: Der Freund zweier Raucherinnen schüttete einer Bedienung das Bier über den Kopf und verletzte sie mit dem Krug.
Bis auf einige Promis, die sich im Festzelt Zigarre oder Zigarette ansteckten, hielten sich die meisten Gäste an das Rauchverbot. Einige „tauchten“ freilich zum Rauchen unter den Tisch ab, einige wenige mussten auch des Zeltes verwiesen werden, wie Wirtesprecher Toni Roiderer vergangene Woche berichtete. Seine Bilanz: „Sehr positiv. Ich hätte nicht geglaubt, dass das so gut geht.“
Das nach altem Rezept gebraute Bier auf der historischen Wiesn wird voraussichtlich bis zum Ende reichen. „Es bleibt keiner auf dem Trockenen sitzen“, sagte Manfred Newrzella vom Verein Münchner Brauereien am Samstag. Das „Münchner Bier“ war nur für das Jubiläum gebraut worden, das Rezept soll für immer geheim verplombt im Museum aufbewahrt werden. Auch wenn es 2011 wieder ein historisches Festzelt geben sollte - eine Chance für eine Neuauflage dieses Biers sieht Newrzella nicht: „Es ist ein riesiger Aufwand gewesen.“
Rund 500 000 Gäste kamen laut Weishäupl allein auf die sehr traditionell und bayerisch geprägte historische Wiesn. „Das ist ein deutlicher Auftrag der Münchner an uns.“ Allerdings müsse der Stadtrat entscheiden, wie es damit weitergeht.
Was in diesem Jahr fehlt: der Wiesnhit. Zwar sei der Schunkelwalzer zum Jubiläum „200 Jahre Münchner Oktoberfest“ häufig gehört worden. „200 Jahr' Oktoberfest, 200 Jahr nur nette Gäst'“, heißt es da. Ein echter Wiesnhit sei das aber nicht, sagte Weishäupl.