Opfer wollten Luxusliner im Trockendock besichtigen
Weiter Rätselraten um Queen-Mary-2-Unfall

Die französische Staatsanwaltschaft treibt jetzt mit Nachdruck die Ermittlungen um das Zusammenbrechen der Landungsbrücke des weltgrößten Passagierschiff „Queen Mary 2“ voran, das bisher 15 Menschen das Leben gekostet hat. Während die Bürger der Stadt von den Toten Abschied nahmen, untersuchen Experten in Saint-Nazaire weiterhin die Trümmer des Laufsteges.

HB BERLIN/SAINT-NAZAIRE. Mit Sirenen und Glockengeläut verabschiedete sich die französische Hafenstadt Saint-Nazaire am Montag von den Opfern des „Queen Mary 2“-Unglücks. Im Zeichen der Trauer um die 15 Toten ließen die fast 10 000 Arbeiter, die das weltgrößte Passagierschiff noch vor Weihnachten fertig stellen müssen, die Arbeit ruhen. In der Stadt an der Loire-Mündung kam das öffentliche Leben praktisch zum Erliegen.

40 Menschen waren am Samstag mit in die Tiefe gerissen worden, als die Gangway des Luxusliners plötzlich nachgab. Sechs Verunglückte schweben noch in Lebensgefahr. Der Personalchef der Werft Chantiers de l'Atlantique sagte, die Landungsbrücke sei am Freitagnachmittag von einem Unternehmen errichtet worden, das bereits mehrfach in der Werft tätig gewesen sei. Nach ersten Zeugenaussagen knickte der 10 Meter lange und nur 1,50 Meter breite Steg in der Mitte ein.

Die Opfer waren zumeist Angehörige und Freunde der Werftarbeiter. Sie wollten erstmals die 21 Etagen des Schiffes besichtigen, das den künftigen Passagieren allen denkbaren Luxus von Spielsälen bis Theater, Kino, Bars, Restaurants und Swimmingpools bietet.

Nachdem die Behörden zunächst von 16 tödlich Verunglückten ausgegangen war, wurde die Zahl der Opfer am späten Sonntagnachmittag auf 15 korrigiert. Die Zahl der Toten liege bei 15, nicht wie zuvor berichtet bei 16, heißt es in einer Erklärung des Konzerns, auf dessen Werftgelände die Besucher des Ozeanliners getötet wurden.

In den vergangenen Wochen hatte der Luxusliner erste Hochseetests absolviert. Das Kreuzfahrtschiff bietet 2800 Passagieren Platz und soll vor allem die Transatlantik-Verbindung vom englischen Southampton nach Fort Lauderdale im US-Bundesstaat Florida bedienen.

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