Ordensfrauen wegen Protestaktion verurteilt
Gefängnisstrafe für „Raketen-Nonnen“

Drei US-Ordensschwestern sind wegen einer Protestaktion auf einem Militärgelände im US-Bundesstaat Colorado zu mehrjährigen Haftstrafen verurteilt worden.

dpa DENVER. Ein Gericht in Denver verhängte zwischen zweieinhalb sowie drei Jahren und fünf Monaten Haft gegen die katholischen Ordensfrauen, die als „Raketen-Nonnen“ bekannt wurden. Der Richter nannte sie „gefährlich verantwortungslos“, sah aber von der Höchststrafe von 30 Jahren ab. Die Staatsanwaltschaft hatte eine Mindeststrafe von sechs Jahren gefordert.

Die zwischen 55 und 68 Jahre alten Friedensaktivistinnen hatten im vergangenen Oktober die Absperrung zu einem Atomwaffensilo im US-Bundesstaat Colorado durchbrochen. Mit Hämmern schlugen sie dann auf eine Betonwand ein, beteten und zeichneten Kreuze mit ihrem Blut. Die Dominikanerinnen rechtfertigten ihre symbolische Aktion als Protest gegen die Kriegspläne der Bush-Regierung gegen den Irak und den möglichen Einsatz von Atomwaffen.

Die Staatsanwaltschaft machte geltend, dass die Nonnen bei früheren Anti-Kriegs-Demonstrationen wiederholt festgenommen worden seien und deswegen eine längere Haftstrafe verdienten. Die Verteidiger beriefen sich darauf, dass die Ordensfrauen aus religiöser Überzeugung gehandelt und die Verteidigungsfähigkeit des Landes nicht gefährdet hätten.

Vor der Verkündung des Strafmaßes sagten die Ordensschwestern, dass Tausende durch Briefe ihre Unterstützung bekundet hätten. Sie seien bereit, für ihre Überzeugung ins Gefängnis zu gehen. Friedensaktivisten riefen zu einer Protestdemonstration gegen die Haftstrafen und die Lagerung von Atomwaffen in Colorado auf.

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