Oscar Pistorius
Mord oder ein tragischer Unfall?

Oscar Pistorius hat seine Frau erschossen – ohne Zweifel. Doch war es auch Absicht? Am Dienstag muss der „schnellste Mann der Welt ohne Beine“ erneut vor Gericht erscheinen. Der Ausgang des Verfahrens ist völlig offen.
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Den Valentinstag des Jahres 2013 werden die Südafrikaner wohl nie vergessen. Es war gegen 8 Uhr früh als landesweit die Nachricht durchsickerte, im Haus des südafrikanischen Profisportlers und Volkshelden Oscar Pistorius sei eine Frau erschossen worden. Was in den folgenden Stunden und Tagen geschah, stellte zumindest was die Medien anbelangt alles in den Schatten, was Südafrika seit der Freilassung von Nelson Mandela, seinem ersten schwarzen Präsidenten, über 20 Jahre zuvor erlebt hat.

Ausgerechnet am Tag der Verliebten, so stellte sich schnell heraus, hatte der „schnellste Mann der Welt ohne Beine“ wie Pistorius wegen seiner beiden amputierten Unterschenkel heißt, seine bildhübsche Freundin Reeva Steenkamp erschossen.

Soviel steht außer Zweifel. Unklar ist, ob dies, wie Pistorius behauptet, aus Versehen geschah, weil er seine Freundin mit einem Einbrecher verwechselte oder ob der 26jährige womöglich aus blinder Eifersucht oder Wut vorsätzlich handelte – und das Fotomodell gezielt erschoss, wovon die Anklage überzeugt ist.

Am heutigen Dienstag, genau 110 Tage später, geht der auch international mit beispielloser Aufmerksamkeit verfolgte Fall nun in die nächste Runde. Mehr als 60 lokale und internationale Medienorganisationen wollen dem Prozessauftakt in Pretoria beiwohnen, auch wenn die erste offizielle Anhörung des Sportstars seit dem Kautionsverfahren, kaum länger als zehn Minuten dauern dürfte.

Sowohl die Staatsanwaltschaft wie die Verteidigung wollen das Verfahren vertagen, um sich noch ein paar Wochen in Ruhe auf dem spektakulären Prozess vorbereiten zu können. Irgendwann im August wird dann mit dem richtigen Start des Verfahrens gegen den weltberühmten Prothesenläufer gerechnet, der als „blade runner“ Geschichte schrieb.

Kommentare zu " Oscar Pistorius: Mord oder ein tragischer Unfall?"

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  • @ Euro

    Vollkommen richtig, was Sie da über Pistorius schreiben.
    Das meinte ich ja auch mit "bei P. liegt der Fall ohnehin anders."

    Ich wollte nur zum Ausdruck bringen: Wer in eine Privatwohnung einbricht, sollte damit rechnen müssen, dass er das nicht überleben wird. In meiner Wohnung ist das jedenfalls so.

  • @FatFinger

    Ja so koennte man denken, wenn man die Rechtslage nicht kennt. Aber wer gar bereit ist die Todesstrafe anzuwenden und die Werkzeuge dafuer hat, der sollte das Recht kennen - ansonsten sollte er ebenfalls weggesperrt werden.

    Unabhaengig davon. Der Fall Pistorius bietet viel mehr Argumente, um den Mann hinter Gitter zu bringen.

    Beispielsweise, ein Mensch, der so viel Angst vor Einbrechern hat, laesst nachts die Balkontuere auf und dazu noch die Fenster im Bad. Andererseits hat er so viel Angst, dass er sofort schiesst. Also fuer mich ist er schuldig, egal mit welchem Argument er versucht herauszukommen. Auch wenn ihm Mord nicht nachgewiesen werden kann, dann ist er dennoch eine Gefahr fuer die Allgemeinheit und verdient eingesperrt zu werden.

  • @Euro

    " Selbst wenn der Einbrecher sichtbar gewesen waere, kann man ihn nicht einfach erschiessen, wenn keine Notwehr erforderlich ist."

    Wieso nicht? Wenn ich in meiner Wohnung einen Einbrecher sehe und eine Waffe in der Hand habe, erschieße ich ihn. Das ist mein gutes Recht, so einfach ist das (ob es so bei uns im Gesetz steht oder nicht).
    Allerdings - bei Pistorius liegt der Fall ohnehin anders.

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