Osterfest
Papst wäscht Behinderten die Füße

Auch vor seinem zweiten Osterfest setzt Papst Franziskus Akzente. Er wäscht Behinderten die Füße und ruft Priester zur Treue gegenüber der Kirche auf. Der Kreuzweg in Rom erinnert dann an das Leiden Christi.
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RomMit einer Fußwaschung von Behinderten in einem Therapiezentrum hat Papst Franziskus sein zweites Osterfest als Oberhaupt der katholischen Kirche begonnen. In der bewegenden Zeremonie am Gründonnerstag reinigte der Argentinier zwölf Behinderten im Alter von 16 bis 86 Jahren - darunter einem Muslim aus Libyen - die Füße und küsste sie.

Am Karfreitag erinnerten in Rom Tausende Pilger an die Leiden Jesu. Höhepunkt des Programms sollte am Abend der traditionelle Kreuzweg mit Papst Franziskus am Kolosseum sein.

Die Fußwaschung, mit der an Jesu beim letzten Abendmahl erinnert wird, übernahm Franziskus kniend und ohne Kopfbedeckung. „Wir müssen einander dienen“, sagte er in seiner kurzen Predigt. Diener in Liebe zu sein sei ein Erbe Jesu, jeder solle in seinem Herzen an die anderen denken und überlegen, wie er ihnen dienen könne.

Während seine Vorgänger traditionell Priestern die Füße gereinigt hatten, vollzog Franziskus diese Demutsgeste im vergangenen Jahr bei jungen Gefängnisinsassen. Dieses Mal hatte er sich das Zentrum einer katholischen Stiftung in Rom ausgesucht. Dort wurde er von den Behinderten, ihren Familienangehörigen und dem Personal lebhaft empfangen und nahm sich Zeit für eine Begrüßung.

Einer der weiteren Höhepunkte des vorösterlichen Programms in Rom sollte am Freitagabend der Kreuzweg sein, zu dem Tausende Pilger erwartet wurden. Bei der Zeremonie wird in 14 Stationen an das Leiden und Sterben Christi erinnert.

„Jesus aus der Nähe zu folgen ist nicht leicht, denn die Straße, die er wählt, ist der Weg des Kreuzes“, schrieb der Pontifex bei Twitter. Die Meditationen für den Kreuzweg hat in diesem Jahr der italienische Bischof Giancarlo Bregantini verfasst, der für seine Anti-Mafia-Haltung bekannt ist.

Zuvor hatte Franziskus am Donnerstagmorgen die traditionelle Chrisam-Messe im Petersdom gefeiert. Dabei verlangte er von seinen Priestern eine „immer neue Treue gegenüber der einzigen Braut, der Kirche“. Der Pontifex verwies auf die Freude des Priesters, „sie (die Kirche) als seine auserwählte und einzige Geliebte zu behandeln und ihr immer nur treu zu sein“. Franziskus rief die Priester zudem zur Folgsamkeit gegenüber der Kirche auf. Er nannte Frohsinn und Freude der Priester in ihrem Dienst ein kostbares Gut für alle Gläubigen.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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