Ostern
Papst beginnt Osterfeierlichkeiten

Der Papst hat am Gründonnerstag mit den Feierlichkeiten zu Ostern begonnen. Trotz wechselhaften Wetters versammelten sich wieder Zehntausende von Gläubigen in der Stadt. In seiner Predigt prangerte Papst Benedikt Stolz und Anmaßung an.

HB ROM. Bei wechselhaftem Wetter haben am Gründonnerstag die Osterfeierlichkeiten in Rom begonnen. Zum Auftakt zelebrierte Papst Benedikt XVI. im Petersdom eine erste Messe, bei der traditionell die heiligen Öle für Taufen und Firmung geweiht wurden. Ein Teil der für die Salbungen im liturgischen Jahr eingesetzten Öle sind den stark von einem Erdbeben betroffenen Abruzzen nordöstlich von Rom gewidmet.

Bei dem uralten Ritus im Petersdom waren vor allem Kardinäle, Bischöfe und Priester anwesend. Trotz durchwachsener Wetterprognosen werden auch in diesem Jahr wieder Zehntausende Gläubigen aus aller Welt zu den Osterfeiern in der Ewigen Stadt erwartet. Überschattet werden die Festlichkeiten in Rom von dem folgenschweren Erdbeben in und um L'Aquila. Benedikt will die Region nach Ostern besuchen.

Benedikt prangerte in seiner Predigt im Petersdom vor allem die Oberflächlichkeit an, „in die Menschen heute allgemein verstrickt sind“. Stolz und Anmaßung könnten zerstörerisch sein und damit „jede Gemeinschaft auseinanderreißen und zu Gewalt führen“, mahnte das katholische Kirchenoberhaupt. Von Jesus sollten Christen lernen, was „korrekte Demut“ im Sinne des Wortes Gottes sei. Benedikt setzte diese Worte kritisch gegen die Sicht des deutschen Philosophen Friedrich Nietzsche, „der Demut und Gehorsam als die Werte von Sklaven, als Quelle der Unterdrückung verspottet hat“.

Erster festlicher Höhepunkt war am Abend die traditionelle Fußwaschung in der Lateranbasilika. Dabei wusch der Papst zwölf Priestern die Füße, in Erinnerung an die Geste der Demut und Barmherzigkeit Jesu Christi vor 2000 Jahren. Am Karfreitag werden wieder zahlreiche Pilger und Touristen zu dem traditionellen Kreuzweg am Kolosseum erwartet, bevor Benedikt am Sonntag auf dem Petersplatz seinen Segen „Urbi et Orbi“ (Der Stadt und dem Erdkreis) erteilt.

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