Paar musste Seiteneingang nehmen
Erste Schwulen-Ehe in Frankreich stößt auf Protest

Ein französischer Bürgermeister hat ein homosexuelles Paar getraut. Regierung und Staatsanwaltschaft hatten versucht, die Hochzeit zu verhindern.

HB BERLIN. Ein grüner Bürgermeister hat in Bègles, einer Vorstadt von Bordeaux, ein schwules Paar getraut. Die Heirat war bereits im Vorfeld auf heftigen Widerstand der Regierung und der Staatsanwaltschaft gestoßen.

200 Demonstranten versuchten am Samstag die Trauung zu verhindern, indem sie das Rathaus blockierten. Das Paar gelangte jedoch durch einen Seiteneingang in das Gebäude. 100 andere Demonstranten unterstützten das schwule Paar dagegen und forderten gleiche Rechte für Homosexuelle.

Innenminister Dominique de Villepin kündigte umgehend Sanktionen gegen Bürgermeister Noël Mamèrere an. Auch Premierminister Jean-Pierre Raffarin und Justizminister Dominique Perben hatten Mamère, dem früheren Präsidentschaftskandidaten der Grünen, Konsequenzen angedroht, falls er die Trauung vollziehe.

Das Bürgerliche Gesetzbuch erlaube keine Trauung von gleichgeschlechtlichen Paaren, argumentieren sie. Zudem seien die formalen Voraussetzungen für die Trauung nicht erfüllt gewesen. Mamère muss mit einer Geldstrafe, möglicherweise aber auch mit seiner Absetzung rechnen.

In Frankreich gibt es wie in Deutschland die Möglichkeit für gleichgeschlechtliche Paare, sich als Lebensgemeinschaft eintragen zu lassen. Diese ist jedoch mit weniger Rechten verbunden als eine Ehe.

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