Pakistan
Taliban erschießen neun ausländische Touristen

In Pakistan sind zehn ausländische Bergsteiger und ihr Führer im Westhimalaya ausgeraubt und erschossen worden. Eine lokale Gruppe der radikalislamischen Taliban übernahm für die Tat die Verantwortung.
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IslamabadIn einer Bergregion im Norden von Pakistan sind am frühen Sonntagmorgen neun ausländische Touristen sowie ein Pakistaner von Bewaffneten ausgeraubt und erschossen worden. Eine lokale Gruppe der radikalislamischen Taliban übernahm für die Tat die Verantwortung. Der Sprecher Ahsanulla Ahsan sagte, die Gruppe Jundul Hafsa habe den Überfall als Vergeltung für den Tod des stellvertretenden Taliban-Führers Waliur Rehman verübt, der Ende Mai durch eine US-Drohne ums Leben gekommen sei. Die pakistanische Regierung verurteilte die Tat in einer Mitteilung des Außenministeriums aufs Schärfste und sprach von einem „brutalen Terrorakt“.

Unter den Toten befanden sich Behördenangaben zufolge fünf Ukrainer, ein Russe und drei Chinesen. Ein chinesischer Tourist habe überlebt, teilte das Innenministerium mit. Die Touristen befanden sich zum Zeitpunkt des Überfalls im Basislager des neunthöchsten Bergs der Welt, Nanga Parbat, in der Region Gilgit-Baltistan.

„Mit dem Mord an Ausländern wollten wir der Welt eine Botschaft senden, darauf hinzuwirken, dass die Drohnen-Attacken beendet werden“, sagte Ahsan in einem Telefongespräch mit der Nachrichtenagentur AP von einem unbekannten Ort aus.

Die Berggegend um Nanga Parbat gehört zu Pakistans beliebtesten Touristenzielen und galt bisher als relativ sicher. Nun fürchten die Behörden, dass die ohnehin durch anhaltende Terrorakte schwächelnde Reiseindustrie des Landes noch weitere Einbußen erleiden könnte.

Agentur
ap 
Associated Press / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Pakistan: Taliban erschießen neun ausländische Touristen"

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  • Wieder der friedliche Islam, den fast alle Politiker in Deutschland haben wollen. Warum brauchen wir in Deutschland unbedingt Ehrenmorde, die Fatwa, den Befehl: " Tötet Andersgläubige " usw. Warum werden diese Politiker nicht angeklagt???

  • Das ganze ist zimlich merkwürdig, in T-Online Nachrichten stand, daß es sich um US-Drohnen gehandelt hat. Und dafür üben die Taliban Rache an Russen und Chinesen !!! ???
    Ich glaube, daß die Taliban sehr genau wissen was Russen, Chinesen und Amerikaner sind. Und es dürfte wohl klar gewesen sein, daß die Russen und Chinesen die Drohnenangriffe von den Amis nicht verhindern können. Also war es wohl eher ein Warnung an Russen und Chinesen (an garantiert unschulidige Sportler - wo war noch mal die nächste Winter-Olymiade 2014....richtig Sotschi Russland), daß sie auf der Welt an keinem Ort mehr sicher sind, wenn sie sich weiter für Syrien einsetzen. Oder es ging irgendwie um das Thema des Handelsblattes vom 31.05.13 :"Putin, seine Freunde und gestohlene Olympia-Milliarden". Ich weiß gar nicht, warum sich immer so viele über unsere schlecht informierenden Medien beschweren. Ich finde sie gut, spornen sie doch an, mal selbst ein wenig nachzudenken. Und nicht alles was dabei herauskommt ist "Verschwörung" :-)

  • Keine Macht den Dro--en!

    http://central.banktunnel.eu/20130623-1224-ecbint-pROOF-OF-LIFE-keine-Drohne-eine-Linienmaschine.jpg

    Mord an (nicht NATO-)Ausländern ist bei der Bundeswehr für den Kriegsfall vom Prinzip her erlaubt (falls diese mittels Palästinenserhalstuch doer ähnlichem als einem feindlichen Kampfverband zugehörig zu identifizeiren sind). Ausdrücklich Ausgenommen ist das "targeted Killing" Ostdeutscher durch Westdeustche und umgekehrt.

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