Pandemie erst am Anfang
Schweinegrippe: Noch kein sicherer Impfstoff

Nach Einschätzung der Weltgesundheitsbehörde WHO hat sich das Verhalten des für die Schweinegrippe verantwortlichen H1N1-Virus noch nicht geändert. Allerdings stelle die Organisation fest, dass sich die neue Grippe weiterhin ausbreite, sagte WHO-Sprecher Gregory Hartl am Freitag. Ein zuverlässiger Impfstoff könnte im Herbst verfügbar sein.

HB GENF. Derzeit seien etwa 160 Länder betroffen, rund 800 Menschen seien an der Grippe gestorben. Hartl zufolge wird im frühen Herbst der erste H1N1-Impfstoff auf der nördlichen Halbkugel auf dem Markt sein. Es gebe zudem Zusagen von zwei Herstellern für 150 Mio. Dosen für Entwicklungsländer. Zurzeit befinde man sich in Verhandlungen mit anderen Produzenten über weiteren Impfstoff, der für die ärmsten Ländern vorgesehen sei.

Ein Impfstoff dürfe erst dann freigegeben werden, wenn es keinerlei Sicherheitsbedenken mehr gebe, sagte der Leiter der WHO-Grippe-Abteilung, Keiji Fukuda, am Freitag der Nachrichtenagentur AP in Genf. Die ersten öffentlich einsetzbaren Impfstoffe könne es daher frühestens im September oder Oktober geben, sagte Fukuda.

Die seit April grassierende Schweinegrippe befinde sich erst in der Anfangsphase ihrer pandemischen, also weltweiten Ausbreitung. Bestätigt seien weltweit 130 000 Infektionen. Berichte aus England über eine steile Zunahme der Fälle seien aber im Einklang mit den Erwartungen der WHO, sagte der Grippe-Experte. Im Lauf der Zeit seien zwei Mrd. Infektionen eine durchaus realistische Vorstellung für diese Pandemie.

Die WHO hatte vergangene Woche die sogenannte Schweinegrippe als die sich am schnellsten ausbreitende Pandemie eingestuft. Nach Angaben des Robert-Koch-Instituts vom Mittwoch sind in Deutschland bisher 2455 Fälle gemeldet worden.

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