Pandemie
Erster Schweinegrippe-Toter in Europa

Erstmals ist außerhalb des amerikanischen Kontinents ein Mensch der Schweinegrippe erlegen. In Schottland starb nach Angaben der Behörden eine Patientin in einem Krankenhaus nach einer Infektion mit dem Virus. In Deutschland steigt die Zahl der Infizierten weiter.

HB LONDON/PARIS. Die schottische Patientin war mit neun weiteren Menschen wegen der Schweinegrippe behandelt worden. Es handelt sich um eine 38-jährige Frau, die erst vor zwei Wochen ein frühgeborenes Baby zur Welt gebracht hatte. Die Familie der Toten zeigte sich in einer Erklärung tief erschüttert. Die Patientin war seit Wochen auf der Intensivstation eines Krankenhauses bei Glasgow behandelt worden. Nach offiziellen Angaben litt sie an weiteren Grunderkrankungen neben der Schweinegrippe. Das Baby infizierte sich nach bisherigen Erkenntnissen nicht mit dem Virus. Die Regionalregierung in Edinburgh nannte vorerst keine weiteren Einzelheiten.

Die schottische Gesundheitsministerin Nicola Sturgeon betonte am Sonntag, dass die allermeisten Erkrankungen sehr milde verliefen. Das Risiko für die Bevölkerung sei weiterhin gering. Alle seien nun aufgerufen, mit einfachen Hygienemaßnahmen zur Eindämmung der Grippe vom Typ H1N1 beizutragen.

Nach letzten Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) vom Freitag wurden bislang knapp 30 000 Fälle von Schweinegrippe in 74 Ländern registriert. 145 der Patienten starben. Die Todesfälle traten in Mexiko, den USA, Kanada, Chile, Kolumbien, Costa Rica, der Dominikanischen Republik und Guatemala auf. In Großbritannien wurden bis zum Sonntag 1 226 Infektionen registriert. Am Donnerstag hatte die WHO die Schweinegrippe zur Pandemie erklärt.

In Frankreich ordneten die Behörden im Südwesten des Landes die Schließung einer Grundschule an, nachdem dort bei sieben Kindern die Schweinegrippe festgestellt worden war. Es war das erste Mal in Frankreich, dass eine ganze Gruppe betroffen war. Insgesamt 15 Kinder aus der Schule in Quint-Fonsegrives wurden wegen Grippesymptomen behandelt. Bislang wurden in Frankreich 80 Fälle von Schweinegrippe registriert.

Auch in Deutschland steigt die Zahl der Schweinegrippe-Infizierten weiter an. Bis Montag wurden nach Angaben des Robert-Koch-Instituts 172 Erkrankungen gemeldet, darunter erstmals auch ein Fall in Berlin. Damit sind nur noch Bremen und das Saarland Schweinegrippe-frei. Die meisten Fälle, nämlich 78, wurden bisher aus Nordrhein-Westfalen gemeldet.

In der am schwersten betroffenen Stadt Düsseldorf wurden bis zum Sonntagabend insgesamt 84 Fälle gezählt, wie ein Sprecher der Stadtverwaltung mitteilte. Darunter seien allein 65 erkrankte japanische Kinder. Einige der Infizierten seien aber bereits wieder gesund, hieß es. In der Japanischen Schule in Düsseldorf war in der vergangenen Woche der Großteil der Neuinfektionen in Deutschland registriert worden.

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