Pandemie
Konzerne fühlen sich gewappnet

Deutschlands Unternehmen rüsten sich für eine neue Welle der Schweinegrippe. Besonders Telekommunikationsanbieter und Energieversorger impfen ihre wichtigen Mitarbeiter. Mundschutz, Handschuhe und Desinfektionsmitteln sollen eine betriebliche Pandemie verhindern.
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DÜSSELDORF. Die großen Unternehmen in Deutschland haben sich seit Jahresbeginn auf eine neue Welle der Schweinegrippe vorbereitet, um eine Verbreitung der Krankheit unter ihren Mitarbeitern einzudämmen. Die Impfung besonders exponierter Mitarbeiter läuft jetzt an, eine Verschärfung der Vorkehrungen ist vorerst aber nicht vorgesehen.

Gut ausgearbeitete Pandemiepläne sind vor allem für Firmen wichtig, die kritische Infrastruktur bereitstellen. Dazu gehören unter anderem Telekommunikationsanbieter und Energieversorger. Die sogenannte Neue Grippe könnte komplette Belegschaften lahmlegen und so kurzfristig zu einem Betriebsausfall führen. Daher hat der Versorger RWE eine detaillierte Pandemievorsorge. Nach dem von der Ständigen Impfkommission vorgelegten Siebem-Stufen-Impfplan begann bei RWE vergangene Woche die Impfung wichtiger Mitarbeiter: Sicherheitsleute, Feuerwehrmänner und Arbeitsmediziner.

Die Flugbegleiter der Lufthansa werden vorerst nicht geimpft, da sie gemäß dem Impfplan nicht zu den am stärksten gefährdeten Gruppen gehören. „Wir müssen uns immer nach den Bestimmungen der Behörden in den einzelnen Ländern richten. Im Moment gibt es da noch keine neuen Maßnahmen “, sagt ein Lufthansa-Sprecher. Der Konzern legt Wert auf umfassende Informationen auf allen Kanälen. Zudem rüstet Lufthansa die Begleiter mit Mundschutz, Handschuhen, Desinfektionsmitteln und Fieberthermometern aus.

Die Deutsche Telekom hat bei den Vorsichtsmaßnahmen besonderes Augenmerk auf ihre Außendienstmitarbeiter gelegt, die in direktem Kundenkontakt stehen. „Wir haben insgesamt 14 000 Antigrippepakete an die betroffenen Mitarbeiter verteilt“, sagt ein Sprecher des Unternehmens. Im Paket enthalten sind Mundschutz, Hygienetücher, Desinfektionsspray und Handschuhe. Für die restlichen Konzernmitarbeiter stehen Hygieneboxen vor den Kantinen bereit. Wichtige Informationen werden über das Intranet, auf Plakaten und auch bei Veranstaltungen an die Angestellten weitergegeben. Die Maßnahmen des Bonner Unternehmens orientieren sich an den Empfehlungen des Robert-Koch-Instituts.

Die Zusammenarbeit mit dem Robert-Koch-Institut und die Bereitstellung von aktuellen Informationen stehen auch beim Softwarekonzern SAP in Walldorf im Mittelpunkt. Auf der Global Health-Seite des Intranets gibt es einen umfangreichen Fragenkatalog rund um die Schweinegrippe. Alle unbeantworteten Fragen können die Mitarbeiter über eine E-Mail-Hotline loswerden. Eine globale Task Force, bestehend aus Experten aller Unternehmensteile, koordiniert lokale Krisenteams. Mitarbeiter mit Krankheitssymptomen sollen zu Hause bleiben.

Der Sportartikelhersteller Adidas hatte kurz nach Ausbruch der Schweinegrippe in Mexiko ein Krisenreaktionsteam gebildet, das Szenarien und Aktionspläne entwickelt hat. Seitdem werden die Mitarbeiter im hausinternen Intranet und per E-Mail weltweit über Reisewarnungen, Hygienemaßnahmen und Symptome informiert. „Wir sind gut aufgestellt“, sagt eine Sprecherin des Unternehmens.

Die Beiersdorf AG bietet den Mitarbeitern seit vergangener Woche eine Übersicht, wo Impfungen in Hamburg angeboten werden. Neben einer Impfempfehlung für chronisch Kranke, listet das Unternehmen die Pro und Contra-Argumente zum Impfen gegen die Schweinegrippe.

Kommentare zu " Pandemie: Konzerne fühlen sich gewappnet"

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  • die impfung bleibt umstritten. Tun wir dies, was keine Probleme bringt, wie oft Hände waschen, Masken tragen etc.
    ist es nicht paradox wenn wir den Handschlag verweigern, doch mit beiden Händen die Haltestangen der Einkaufswagen umklammern, wie bereits Hunderte vor uns? Waschgelegenheiten gibt es dort kaum!
    Diese Stangen werden von führenden Labors als bakterienschleuder Nr. 1 bezeichnet. Die Erklärung ist simpel "im Vergleich zu andern viel benutzten Gegenständen bringt die grosse Fläche mehr "Handkontakt"".
    Zum Glück gibt es den 100 % Schutz agero-antivir für wenig Geld.

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