Pandemie
Schweinegrippe beeinträchtigt Handel vorerst nicht

Die deutschen Exporteure sehen ihre Geschäfte von der sich weiter ausbreitenden Schweinegrippe vorerst nicht beeinträchtigt. Unterdessen rechnet Düsseldorf mit weiteren Krankheitsfällen.

HB BERLIN. „Wir sehen derzeit keine Auswirkungen auf den Welthandel“, sagte ein Sprecher des Exportverbandes BGA am Freitag. Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) befürchtet zwar, dass Geschäftsreisen aufgrund der Pandemie-Warnung der Weltgesundheitsorganisation verschoben werden könnten. Ob der Handel beeinträchtigt werde, lasse sich aber derzeit nicht beurteilen, sagte DIHK-Außenwirtschaftschef Axel Nitschke. „Dazu ist es noch zu früh.“ Er verwies aber auf Erfahrungen mit dem Vogelgrippe-Virus, der vor einigen Jahren besonders in Asien aufgetreten war. „Damals wurde der Handel mit Asien nicht nachhaltig beeinträchtigt“, sagte Nitschke.

Auch das Institut für Markroökonomie und Konjunkturforschung (IMK) erwartet keinen größeren negativen Einfluss auf die Wirtschaft. „Die Erfahrungen mit BSE und Vogelgrippe zeigen, dass die gesamtwirtschaftlichen Folgen nicht so dramatisch waren“, sagte IMK-Direktor Gustav Horn.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hatte am Donnerstag wegen der Schweinegrippe die erste Influenza-Pandemie des 21. Jahrhunderts ausgerufen. Die WHO beschloss auf einer Dringlichkeitssitzung die Ansetzung der höchsten von sechs Warnstufen, weil sich immer mehr Menschen mit dem neuen Virus infizierten.

Nach dem Auftreten der Schweinegrippe an der japanischen Schule in Düsseldorf rechnet die Stadt mit weiteren Fällen. „Es ist etwas dazugekommen“, sagte ein Sprecher der Stadt am Freitag. Genaue Zahlen gebe es aber noch nicht. Bislang wurden 46 Kinder von der Japanischen Schule und drei Elternteile positiv auf das neue H1N1-Virus getestet. Zwei Labore in Düsseldorf werten mehrere hundert Proben aus.

Getestet werden alle ermittelten Kontaktpersonen der erkrankten Schüler. Zwei Drittel der betroffenen Kinder besuchen die sechste Klasse. Sie befinden sich mit ihren Familien in häuslicher Quarantäne. Die Japanische Schule mit ihren rund 560 Schülerinnen und Schülern bleibt bis zum 20. Juni geschlossen. Dort finden aber die medizinischen Tests statt.

Die Kinder hatten an einer Klassenfahrt nach Thüringen und Hessen teilgenommen. Übernachtet haben sie nach Angaben der Schule in einer Jugendherberge in Erfurt. Auf dieser Fahrt könnten sie sich angesteckt haben, vermutet das Düsseldorfer Gesundheitsamt. Zweiter Infektionsherd war ein sechsjähriger Junge, der mit seinen Eltern kürzlich Urlaub auf Malta gemacht hatte.

Das für Samstag geplante Düsseldorfer Japanfest mit großem Feuerwerk und der Präsentation japanischer Kultur, zu dem Hunderttausende Besucher erwartet werden, soll wie geplant stattfinden. Da die Infizierten nicht zu den Veranstaltungen kämen, könne das Fest bedenkenlos organisiert werden, sagte der Leiter des Düsseldorfer Gesundheitsamtes, Heiko Schneitler, im WDR-Hörfunk.

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