Panik nach Anschlag
Jugendliche auf Utøya schwammen um ihr Leben

Für viele Teenager im Sommerlager wurde die winzige Insel Utøya zur tragischen Falle. Aus Angst um das nackte Leben versuchten zahlreiche Jugendliche über das Wasser dem Terror zu entkommen. Eindrücke vom Anschlagsort.
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OsloDie norwegische Insel Utøya ist klein, gerade einmal 500 Meter lang, von Kiefern bewachsen. Als der Attentäter am Freitag zu schießen beginnt, bleiben den Teenagern im Sommerlager der sozialdemokratischen Regierungspartei nicht viele Chancen zur Flucht. Viele von ihnen stürzen sich ins Wasser und versuchen, dem Angriff auf diesem Weg zu entkommen.

„Ich sah, wie sie ins Wasser sprangen, rund 50 Leute schwammen in Richtung Land“, sagt die 42-jährige Anita Lien, die am Tyrifjord-See lebt, wenige hundert Meter von Utøya entfernt. „Die Leute weinten, zitterten, waren völlig verängstigt. Und sie waren so jung, zwischen 14 und 19 Jahre alt.“ Mindestens 80 Menschen entkommen nicht und fallen den Schüssen zum Opfer.

Ein Wachmann schildert, wie es dem Attentäter gelungen ist, auf die Insel zu gelangen. Der Mann habe sich als Polizist ausgegeben und sei in einem silbergrauen Wagen vorgefahren. „Er steigt aus dem Auto aus und zeigt seinen Ausweis“, schildert Simen Braenden Mortensen die Szene der Tageszeitung „Verdens Gang“.

„Er sagt, er sei geschickt worden, um die Sicherheit zu überprüfen. Dass das eine reine Routine sei nach dem Terroranschlag in Oslo.“ Im Zentrum der Hauptstadt war wenige Stunden zuvor vor einem Regierungsgebäude mit einem Büro des Ministerpräsidenten eine Bombe explodiert und hatte mindestens sieben Menschen getötet. „Das machte alles einen normalen Eindruck“, sagt Mortensen weiter. „Es wird ein Boot gerufen und das bringt ihn hinüber nach Utøya. Wenige Minuten vergehen, dann hörten wir die Schüsse.“

Ein Teenager verfolgt die Ereignisse vom Festland aus: „Wir hörten die Leute schreien, es war furchtbar“, erzählt der dem britischen TV-Sender Sky. „Viele winkten zu uns herüber.“ Anrainer des Sees rücken mit ihren Booten aus, um Teenager aus dem Wasser zu retten. „Ich habe mit meinem Boot viele Leute von der Insel herübergeholt“, sagt ein Mann, der in einem weißen Haus am Ufer lebt. „Ich habe viele Verletzte gesehen.“

Am frühen Samstagmorgen verlässt eine Ambulanz das Seengebiet nordwestlich von Oslo und bringt ein Opfer weg. Vor einem nahegelegenen Hotel fährt Auto um Auto vor. Tief besorgte Angehörige steigen aus, um hier die Überlebenden zu treffen, die von der Insel herübergebracht wurden. Die Polizei sucht noch immer das Eiland und den See ab, von Booten und auch Hubschraubern aus. Rettungsfahrzeuge stehen bereit. die Lichtkegel von Suchscheinwerfern gleiten in der Dunkelheit langsam über das Wasser.

 

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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  • Ich bin unsagbar traurig, meine Tränen überfluten meine Wut über so viel Unmenschlichkeit.
    Mein tiefstes Mitgefühl ist jetzt bei den Angehörigen aller Opfer in Oslo als auch auf Utoja.
    Lieber Gott, helfe den armen Leuten, diese Prüfung zu überstehen.

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