Papst macht Privatpause in Regensburg
Wo die Heimat ist

Zwischen Gottesdiensten und „Papamobil“-Fahrten wird der Papst bei seinem Besuch in Bayern eine private Pause in Regensburg einlegen. Auf dem Programm für den 13. September steht zwar zunächst noch der offizielle Termin einer Orgelweihe, doch danach will der Heilige Vater sein privates Zuhause besuchen.

HB REGENSBURG. Zu der Stadt, in der er von 1969 bis 1977 als Professor lehrte, hat der Papst immer noch eine familiäre Bindung. Dort wohnt sein Bruder Georg, der frühere Domkapellmeister und Chef des bekannten Chores der Regensburger Domspatzen.

Auf einem Regensburger Friedhof liegt das Familiengrab der Ratzingers, und im Vorort Pentling steht das private Wohnhaus des Papstes, das er während seiner Zeit an der Regensburger Universität für sich und seine Schwester Maria bauen ließ. Noch heute ist er dort als Einwohner gemeldet.

„Pentling war seine Heimat, hier hat ihn jeder gekannt“, sagt sein Hausmeister Rupert Hofbauer. Für den damaligen Dogmatik-Professor Joseph Ratzinger war der Ruf an die Regensburger Universität ein willkommene Wendung in seinem Leben.

Ein Motiv für den Wechsel sei gewesen, dass „die Familie wieder an einem Ort beisammen sein konnte“, schrieb er in seinen Memoiren. Sein Bruder Georg Ratzinger wohnte bereits seit 1964 in der Domstadt. Das Grab ihrer Eltern ließen die Ratzinger-Geschwister 1974 nach Regensburg umbetten.

Es ist kein Geheimnis, dass der Besuch im September wahrscheinlich der letzte Aufenthalt in Regensburg und Pentling für den bald 80-jährigen Papst sein wird. Viele Reisen wolle er nicht mehr „anzetteln“ sagte er kürzlich in einem Fernseh-Interview.

Die wenigen Stunden soll der Papst so weit wie möglich ohne Zaungäste verbringen können. „Wir bitten darum, das Treffen möglichst privat zu belassen“, sagt der Sprecher des Regensburger Bistums Philip Hockerts.

Nach der Segnung einer „Benedikt-Orgel“ in der Regensburger „Alten Kapelle“ um 11 Uhr will der Papst zunächst seinen Bruder Georg in dessen Wohnung in der Regensburger Luzengasse besuchen.

Wahrscheinlich sitzt er dann wie in früheren Zeiten am Mittagstisch des Kirchenmusikers. Kartoffelsuppe und Griesnockerlsuppe mag er besonders gern, hatte Agnes Heindl, die Haushälterin von Georg Ratzinger, bereits verraten, als der Regensburg-Besuch bekannt wurde.

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