Papst nimmt Rücktritt an
Tebartz-van Elst kehrt nicht nach Limburg zurück

Der Rücktritt ist offiziell: Franz-Peter Tebartz-van Elst wird nicht wieder Bischof von Limburg. Offenbar gibt er dem Drängen nach, selbst seinen Rücktritt einzureichen. Rom benannte bereits einen vorläufigen Nachfolger.
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RomPapst Franziskus hat entschieden: Der umstrittene Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst darf nicht in sein Amt in Limburg zurückkehren, wie der Vatikan am Mittwoch bekanntgab. In der Diözese Limburg sei es zu einer Situation gekommen, „die eine fruchtbare Ausübung des bischöflichen Amtes“ durch Tebartz-van Elst verhindere, heißt es in der Mitteilung. Der Heilige Stuhl habe deshalb den von dem Bischof angebotenen Amtsverzicht angenommen. Zuletzt war in Deutschland 2010 der Augsburger Bischof Walter Mixa zurückgetreten. Frühere Heimkinder hatten ihm körperliche Misshandlung vorgeworfen, zudem soll er Stiftungsgelder zweckentfremdet haben.

Der 54-jährige Tebartz-van Elst wird für die ausufernden Kosten beim Bau des Limburger Bischofssitzes verantwortlich gemacht. Zudem steht er wegen seiner Amtsführung in der Kritik. Der Papst hatte ihm im vergangenen Oktober eine Auszeit außerhalb des Bistums verordnet.

Der scheidende Bischof werde zu gegebener Zeit mit einer anderen Aufgabe betraut, erklärte der Vatikan. Papst Franziskus setzte den Paderborner Weihbischof Manfred Grothe als Leiter für die Limburger Diözese ein. Der 74-Jährige tritt mit sofortiger Wirkung sein Amt als Apostolischer Administrator der Diözese Limburg an. Einen neuen Bischof bekommt Limburg vorerst nicht. Es beginnt laut dem Limburger Bistum „die Sedisvakanz, die Zeit, in der der Bischofsstuhl in einer Diözese nicht besetzt ist“.

Im Vatikan stand laut „Zeit“-Informationen bereits seit Wochen fest, dass Franziskus eine Rückkehr des umstrittenen Bischofs ablehnt. Der Papst war demnach verärgert über die Uneinsichtigkeit von Tebartz-van Elst und hoffte, keine harte Absetzung des Bischofs durchsetzen zu müssen. Dieser wurde nun offenbar im Vatikan zur Einsicht bewegt.

Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx, hat die Entscheidung des Vatikans zu Tebartz-van Elst begrüßt. Sie beende eine Zeit der Unsicherheit in Limburg und ermögliche einen Neuanfang, sagte Marx am Mittwoch in Berlin. Zu Einzelheiten des Prüfberichts der von der Bischofskonferenz eingesetzten Expertenkommission wollte sich Marx nicht äußern. Der Bericht, der am Mittwoch in voller Länge veröffentlicht wurde, sei in einem fairen und transparenten Verfahren zustande gekommen, alle Beteiligten hätten ihre Argumente vorgebracht - auch Tebartz-van Elst. Marx wünsche dem Geistlichen „die Kraft zu neuem Anfang“.

Der Vatikan-Bericht sei Folge eines fairen, transparenten Verfahrens. In den vergangenen Monaten sei deutlich geworden, dass es in der Kirche ein großes Bedürfnis nach Offenheit auch in finanziellen Fragen gebe. Die Bischofskonferenz wolle diesem Wunsch stärker entsprechen.

Kommentare zu " Papst nimmt Rücktritt an: Tebartz-van Elst kehrt nicht nach Limburg zurück"

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  • Man mag von der Amtskirche halten was man will, aber mit dem Fall hat sie der Politik eine Blaupause geliefert und zur Entscheidungsfähigkeit zurück gefunden.

    Die Politik sollte sich daran ein Beispiel nehmen und ihrerseits "auskehren"!

    Wo?
    Ganz einfach. Die Beanstandungen der Rechnungshöfe und die Berichte des Steuerzahlerbundes zur Hand nehmen und die Herrschaften markieren und neue Aufgaben zuweisen. Die reinilichkeit vieler Städte lässt ohnehin zu wünschen übrig.

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