Papst zum Kindesmissbrauch
„Das ist wie eine satanische Messe“

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Kindesmissbrauch im WM-Land Brasilien

Ab 18 Jahren ist Prostitution in Brasilien legal. Wie viele der Prostituierten jünger sind, weiß niemand, es gibt keine offiziellen Statistiken. Doch die anonyme staatliche Hotline gegen Kindesmissbrauch verzeichnete vergangenes Jahr 124.000 Anrufe, 26 Prozent davon wegen sexueller Gewalt. Die meisten Anrufe kamen aus dem verarmten, wegen seiner idyllischen Strände aber bei Touristen beliebten Nordosten des Landes.

Die Regierung von Präsidentin Dilma Rousseff startete bereits vor Jahren eine Kampagne gegen häusliche Gewalt, sexuelle Ausbeutung von Minderjährigen und Menschenhandel. Brasilien führte einen Verhaltenskodex für Taxifahrer und Hotels ein, um Kinderprostitution dort Einhalt zu gebieten, wo sie am ehesten sichtbar wird. Vor kurzem wurde das Thema auch in der populären TV-Serie "Salve Jorge" behandelt.

Eine Anzeigenkampagne soll nun die Öffentlichkeit zusätzlich sensibilisieren. "Jeder Tourist, der in Brasilien ankommt, wird in Flugzeugen, Flughäfen, Bahnhöfen und Hotels lesen, dass die Ausbeutung von Kindern und Jugendlichen ein Verbrechen ist", sagt der Kinderschutzbeauftragte im Tourismus-Ministerium, Adelino Neto.

"Großereignisse erhöhen das Risiko für Minderjährige", warnt auch Tatiana Akabane von der Organisation Childhood. "Ausgerechnet jetzt, in der Ferienzeit, wenn die Kinder nicht in der Schule sind, haben wie so ein Großereignis - mit entsprechend mehr Touristen und Alkoholkonsum."

Auch gegen sexuelle Werbebotschaften gehen die Behörden vor. Im Februar zog Adidas nach Protesten Brasiliens eine T-Shirt-Serie zurück, die ein Bikinimädchen mit dem zweideutigen Spruch "Looking to score - Brazil" (etwa: Wir versuchen zu punkten) versah. Auch T-Shirts mit "I love Brazil" und einem Herz in Form eines weiblichen Pos nahm der Sportartikelhersteller aus dem Programm. "Brasilien begrüßt gerne Touristen zur WM, ist aber auch bereit, gegen Sextourismus vorzugehen", twitterte Rousseff.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
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ap 
Associated Press / Nachrichtenagentur
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dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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