Papst zum Kindesmissbrauch
„Das ist wie eine satanische Messe“

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Kritik am Verhalten des Papstes

Der Direktor der größten US-Interessenvertretung für von Priester missbrauchte Menschen, SNAP, kritisierte das bevorstehende Treffen im Vatikan jedoch als bedeutungslos. „Die schlichte Wahrheit ist doch, dass es sich nur um eine weitere Geste handelt, ein weiterer PR-Coup, ein weiteres Stück Symbolismus, das den Kindern nicht zugutekommt und keine echte Reform in der skandalumwitterten Kirchenhierarchie bewirken wird“, sagte David Clohessy.

Die Vereinten Nationen sehen erhebliche Mängel beim Umgang des Vatikans mit Verhütung, Aufklärung und Verfolgung von Kindesmissbrauch. Überführte Priester seien in andere Diözesen versetzt, Strafverfolgungsbehörden unzureichend informiert worden, heißt es im Bericht des UN-Ausschusses gegen Folter, der vergangene Woche in Genf vorgelegt worden war.

Umstritten ist die Frage, ob der Vatikan für Missbrauchsfälle nur im Vatikanstaat oder in der ganzen katholischen Kirche verantwortlich ist. Diese Frage ist entscheidend etwa für Entschädigungsforderungen. Der Vatikan wies in einer Erklärung erneut die Verantwortung für mögliche Rechtsverstöße katholischer Würdenträger außerhalb des Vatikanstaats zurück.

Die stellvertretende Ausschussvorsitzende Felice Gaer erklärte dagegen, der Vatikan sei zwar nicht für das Handeln jedes Gläubigen verantwortlich. „Aber die Fälle, die wir untersucht und kritisiert haben, scheinen zu belegen, dass der Heilige Stuhl weit über die Grenzen der Vatikanstadt hinaus Kontrolle ausübt.“

Der Vatikan will die Empfehlungen des Ausschusses berücksichtigen. Der Heilige Stuhl werde die von dem Ausschuss aufgeführten Punkte „ernsthaft in Betracht ziehen“, verlautete in Rom. Demnach stehen dabei mehrere UN-Kritikpunkte im Zentrum.

Dies sind: Eine ungenügende Einbeziehung der Ordnungskräfte bei Missbrauchsfällen, die häufige Versetzung von Priestern (nach Missbrauchsfällen) zwecks Umgehung von Vorschriften sowie die Entschädigung von Opfern, die angemessen sein müsse. Der UN-Bericht trage andererseits jedoch auch der zahlreichen Reformen Rechnung, die der Vatikan auf diesem Gebiet bereits eingeleitet habe.

Der Vatikan ist seit 2002 Unterzeichner der UN-Konvention gegen Folter. Mit neunjähriger Verspätung hatte er Anfang Mai erstmals Bericht über die Umsetzung erstattet. Nach eigenen Angaben hat der Vatikan zwischen 2004 und 2013 fast 3500 Fälle von Missbrauchs-Vorwürfen verfolgt. Dabei wurden 848 Priester ihres Amtes enthoben und 2572 zu einem zurückgezogenen Leben gedrängt.

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