Papstmesse in Regensburg
Benedikt XVI. kritisiert Aufklärung

Ohne Gott geht es nicht: Mit dieser Botschaft hat sich der Papst während seiner Predigt auf dem Islinger Feld in Regensburg an die Besucher gewandt. Zumindest ein Teil der Wissenschaft, so sagte er, versuche seit der Aufklärung, eine Welterklärung ohne Gott zu finden.

HB REGENSBURG. Die Gläubigen sollten sich daher nicht von wissenschaftlichen Widerlegungsversuchen der göttlichen Schöpfung irritieren lassen, sagte der Papst in seiner Predigt am Dienstagvormittag. „Die Sache mit dem Menschen geht nicht auf ohne Gott, und die Sache mit der Welt, dem ganzen weiten Universum, geht nicht auf ohne ihn.“

Die Messe in Regensburg ist die größte Veranstaltung während des Papstbesuches. Die kirchlichen Veranstalter schätzten die Zahl der Gottesdienstteilnehmer auf 260 000, Beobachter gingen von deutlich weniger aus. Die Polizei machte zunächst keine Angaben. Ursprünglich waren bis zu 300 000 Menschen erwartet worden.

Vor Beginn der großen Messe unter freiem Himmel fuhr der Papst unter „Benedetto“-Rufen mit dem Papamobil durch die Reihen der Gläubigen. Ein Teil der Autobahn 3 diente als Parkplatz für Reisebusse, weite Teile der Regensburger Innenstadt sind für den Autoverkehr gesperrt. Am Abend will sich Benedikt XVI. in der Universität mit Wissenschaftlern treffen, danach findet im Regensburger Dom eine ökumenische Vesper statt.

Christen nicht auf dem Holzweg

„Mit diesem Glauben brauchen wir uns nicht zu verstecken“, fuhr der Papst fort, „mit ihm brauchen wir nicht zu fürchten, uns auf einem Holzweg zu bewegen.“ Die Atheismus werde durch Gottesangst verursacht. Seine Zuhörer mahnte der Papst zu verantwortungsbewusstem Handeln. „Der Glaube will uns nicht Angst machen, wohl aber zur Verantwortung rufen.“

In Regensburg - der vorletzten Etappe seiner Reise - war Joseph Ratzinger von 1969 bis 1977 als Professor für Dogmatik tätig, davon zwei Jahre als Vizepräsident der Universität. Auch während seiner Zeit im Vatikan kam er regelmäßig mehrmals im Jahr in die Stadt an der Donau, um in seinem Privathaus im Stadteil Pentling einige Wochen zu verbringen.

In Regensburg lebt auch sein drei Jahre älterer Bruder Georg, der von 1964 bis 1994 den Chor Regensburger Domspatzen leitete. Am Mittwoch wollen die beiden einige private Stunden im Haus des Papstes verbringen und das Grab ihrer Eltern und ihrer 1991 verstorbenen Schwester Maria besuchen.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%