Aus aller Welt

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Papstmesse in Rom: Auf zum letzten Gebet

Es ist einer seiner letzten öffentlichen Auftritte: Papst Benedikt wird bei seinem letzten Angelus-Gebet auf dem Petersplatz bejubelt. Auch nach seinem Rücktritt will er der Kirche verbunden bleiben.

Papst Benedikt XVI. spricht am Fenster seines Arbeitszimmers im Vatikan bei seinem letzten Angelus-Gebet. Quelle: dpa
Papst Benedikt XVI. spricht am Fenster seines Arbeitszimmers im Vatikan bei seinem letzten Angelus-Gebet. Quelle: dpa

Unter dem großen Jubel von Zehntausenden Gläubigen hat der scheidende Papst Benedikt XVI. bei seinem letzten Angelus-Gebet angekündigt, die Kirche auch nach seinem Rücktritt nicht im Stich zu lassen. Gott habe ihn gerufen, sich mehr der Meditation und dem Gebet zu widmen, das bedeute aber nicht, dass er die Kirche verlasse, sagte der 85-Jährige am Sonntag in Rom. „Im Gegenteil, wenn Gott mich ruft, geschieht das, weil ich der Kirche weiter dienen kann mit derselben Hingabe und Liebe wie bisher, aber in einer angemesseneren Weise für mein Alter und meine Kräfte“, sagte er in seiner Ansprache.

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Stationen von Benedikts Pontifikat

  • 19. April 2005

    Joseph Kardinal Ratzinger wird zum neuen Papst gewählt und gibt sich den Namen Benedikt XVI. Fünf Tage später wird er in sein Amt eingeführt. Sein Vorgänger Johannes Paul II. war am 2. April im Alter von 84 Jahren gestorben.

  • 6. Juni 2005

    Benedikt verurteilt bei einem Konvent über die Rolle der Familie in Rom moderne Formen des Zusammenlebens, gleichgeschlechtliche Beziehungen und Abtreibungen scharf.

  • August 2005

    Benedikt besucht den Weltjugendtag in Köln.

  • 31. August 2005

    Der Papst segnet ein Dokument ab, das Priesterseminare verpflichtet, Männer mit „homosexuellen Tendenzen“ nicht mehr zur Priesterweihe zuzulassen.

  • 25. Januar 2006

    Benedikt XVI. betont in seiner ersten Enzyklika „Deus Caritas est“ (Gott ist Liebe) die untrennbare Verbindung von Gottes- und Nächstenliebe.

  • 28. Mai 2006

    Im ehemaligen deutschen Vernichtungslager Auschwitz ruft der Papst zu Versöhnung und Vergebung auf.

  • 12. September 2006

    Benedikt zitiert bei einer Vorlesung in Regensburg einen byzantinischen Kaiser, Mohammed habe nur „Schlechtes und Inhumanes“ gebracht, weil er den Glauben mit dem Schwert verbreiten lassen wollte. Die Äußerungen lösen in der islamischen Welt gewalttätige Proteste aus.

  • November 2006

    Der Papst reist in die Türkei. Es ist sein erster Besuch in einem islamischen Land.

  • 13. März 2007

    Benedikt erteilt im Apostolischen Schreiben „Sacramentum Caritatis“ (Sakrament der Liebe) einem gemeinsamen Abendmahl von Katholiken und Protestanten eine klare Absage.

  • 7. Juli 2007

    Benedikt rehabilitiert weitgehend die traditionelle Messe in lateinischer Sprache.

  • 10. Juli 2007

    In einem vom Papst genehmigten Schreiben der Glaubenskongregation wird protestantischen Gemeinschaften das Recht abgesprochen, sich als „Kirche“ zu bezeichnen.

  • 30. November 2007

    In seiner zweiten Enzyklika „Spe salvi“ (Auf Hoffnung hin gerettet) kritisiert Benedikt dem technischen Fortschrittsglauben und materialistische Weltanschauungen.

  • 6. März 2008

    Der Papst empfängt erstmals das Oberhaupt der orthodoxen Christen, Patriarch Bartholomaios I. von Konstantinopel.

  • 24. Januar 2009

    Benedikt macht die Exkommunikation aller vier Bischöfe der Pius-Priesterbruderschaft rückgängig. Darunter ist der Holocaust-Leugner Richard Williamson. Die Entscheidung des Papstes provoziert eine Welle der Kritik.

  • Mai 2009

    Benedikt besucht Jordanien, Israel und die palästinensischen Gebiete. In seiner Rede in der Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem geht er nicht auf die Rolle der Kirche bei der Judenvernichtung ein.

  • 7. Juli 2009

    In seiner ersten Sozialenzyklika „Caritas in veritate“ (Die Liebe in der Wahrheit) fordert der Papst ein ethisches Bewusstsein in der Wirtschafts- und Finanzwelt.

  • 11. Juni 2010

    Bei einer Messe auf dem Petersplatz bittet der Papst die Opfer von sexuellem Missbrauch öffentlich um Vergebung. Zuvor hatte er bereits in einem Hirtenbrief an die katholische Kirche in Irland die dortigen Missbrauchsfälle bedauert.

  • September 2011

    Sein Deutschland-Besuch führt den Papst nach Berlin, Thüringen und Freiburg. Wegen der Haltung der Kirche gegenüber Frauen und Homosexuellen bleiben mehrere Abgeordnete von Linken und Grünen seiner Rede im Bundestag fern.

  • 28. März 2012

    Im kommunistischen Kuba trifft Benedikt den früheren Staatschef Fidel Castro. In einer Messe verlangt er volle Religionsfreiheit und die Anerkennung der katholischen Kirche.

  • 23. Dezember 2012

    Der Papst begnadigt seinen Ex-Kammerdiener Paolo Gabriele. Zuvor war dieser wegen der Weitergabe vertraulicher Papiere zu einer Haftstrafe verurteilt worden. In der „Vatileaks“-Affäre waren seit Anfang 2012 geheime Dokumente über Kungeleien an der Spitze der Kirche aufgetaucht.

  • 11. Februar 2013

    Benedikt kündigt seinen Rücktritt zum 28. Februar an.

Der Papst sprach das Gebet traditionell vom Fenster seines Arbeitsplatzes mit den Pilgern auf dem Petersplatz. Das Interesse an einem seiner letzten öffentlichen Auftritte war enorm. Zehntausende Pilger und Touristen jubelten dem scheidenden Oberhaupt der katholischen Kirche zu, nach Angaben des Vatikan-Sprechers Federico Lombardi waren es rund 100 000 Menschen. Schon Stunden vorher warteten die ersten Gläubigen mit Transparenten auf dem Platz, wo das Gebet auf vier großen Leinwänden gezeigt wurde. Dutzende Sicherheitskräfte waren rund um den Petersplatz im Einsatz.

Die Menschen feierten den Papst wie schon beim Angelus-Gebet in der Vorwoche mit „Viva il papa“-Rufen und langem Applaus. Benedikts Stimme stockte während seiner Ansprache immer wieder und er wurde von dem Jubel der Gläubigen unterbrochen. „Danke, im Gebet sind wir uns immer nahe“, rief Benedikt ihnen zu. Er bedankte sich bei den Pilgern für ihre Liebe und Anteilnahme in diesem „besonderen Moment für mich und für die Kirche“.

Kandidaten Wer kann Papst?

  • Kandidaten: Wer kann Papst?
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Das Ende seines Pontifikats rückt für Benedikt immer näher. Seinen letzten öffentlichen Auftritt hat er bei der Generalaudienz am Mittwoch auf dem Petersplatz, bevor er am Donnerstagabend sein Amt niederlegt. Im März sollen die wahlberechtigten Kardinäle zum Konklave zusammenkommen und einen neuen Papst bestimmen.

  • 24.02.2013, 17:58 Uhrblack

    was hat die Kirche der Menschheit gebracht? Nichts anderes wie der Islam; der seinen bescheuerten Märtyrern erzählt im Paradies ( ja wo ist es denn ? ) warten die Jungfrauen auf ihn.

    Die Kirche ist für mich eine legalisierte Form der Sektenhaftigkeit, die mit Hilfe des Staates seine Kirchensteuern eintreibt, seine Bischhöfe bezahlen lässt und so weiter und so fort.

    Das Christentum hat in den letzten Jahrhunderten nicht weniger Unglück über die Menschheit gebracht als andere Religionen. Vom Diebsstahl des Inkaschatzes, der Unterdrückung im Feudalismus bis zur Nazizeit...immer hat sie genauso gejault wie die Wölfe es forderten und seine Macht und seinen heutigen Reichtum auf den Knochen der Ärmsten aufgebaut.

    Als Dank für die euphorische Clubleistung darf sich die Allgemeinheit jeden Sonntag die Läuterei anhören.

    Der größte Beschiss an der Menschheit ist Politik und Religion. Die Gläubigkeit ist für mich persönlich der Gipfel der Idiotie.

  • 24.02.2013, 15:36 UhrSantaMaria

    Die Holzfenster im Vatikan befinden sich in einem sehr schlechten Zustand, es blättert bereits der Lack ab!

  • 24.02.2013, 15:27 UhrRolf

    "Auf zum letzten Gebet"

    Da fällt mir nur ein: Und tschüss...

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