Peter Hartz lässt seine Biographie schreiben
Wie ein Saarländer einem Saarländer hilft

In der VW-Korruptionsaffäre steht ein Gerichtsurteil gegen ehemaligen VW-Personalvorstand Peter Hartz noch aus. Doch ein Mann wie Hartz kann nicht einfach stillsitzen und abwarten. Jetzt will der gebürtige Saarländer in einem Buch schreiben, wie es wirklich war.

DÜSSELDORF. Außer von einem ehemaligen Handball-Bundesliga-Club und einer lehmigen Motocross-Strecke gibt es in Niederwürzbach im Saarland nichts zu berichten, was Menschen außerhalb des 4500-Seelen-Örtchen interessieren könnte. Ein Sohn des Ortes jedoch ist seit Jahren in aller Munde: Peter Hartz, Namensgeber der Arbeitsmarktreformen der Schröder-Regierung und in Schimpf und Schande abgegangener VW-Vorstand. Seit Dienstag steht er nun als Angeklagter wegen Veruntreuung vor Gericht.

Natürlich will jeder wissen, wie das alles lief mit den brasilianischen Prostituierten und den Lustreisen, die VW-Betriebsräte spendiert bekamen. Manche Politik-Junkies wollen vielleicht nebenbei auch noch erfahren, wie es zu Hartz I bis IV kam. Und die Niederwürzbacher wollen sicherlich auch wissen, was der einzige bedeutende Sohn ihres Ortes über seine Jugend ebenda zu erzählen hat. Was liegt also näher für den Erfinder der „Ich AG“, als sein Wissen auf den Buchmarkt zu tragen.

Offiziell ist das noch nicht, aber das „Hamburger Abendblatt“ – nicht etwa die „Saarbrücker Zeitung“ – hat es erfahren. Denn die Biographie des Gründers der „SHS-Foundation“ („Saarländer helfen Saarländern“) wird nicht bei einem saarländischen Verlag erscheinen, sondern beim Hamburger Hoffmann und Campe Verlag. Dessen Chef Günter Berg ist, wie es aus seinem Umfeld heißt, entsetzt, dass es nun jeder weiß. Der Verlag verdient zurzeit an Gerhard Schröders Memoiren und zählte früher auch schon dessen Erzfeind und Hartz’ Landsmann Oskar Lafontaine zu seinen Autoren.

Da Hartz zwar für seinen extremen Ideenreichtum bekannt – und bei seinen Mitarbeitern berüchtigt – ist, aber nicht unbedingt als mitreißender Schriftsteller gilt, wird die Journalistin Inge Klöpfer das Schreiben übernehmen. Sie hat bereits die Memoiren von Friede Springer verfasst – ebenfalls erschienen bei Hoffmann und Campe. „Ich habe mich zum Stillschweigen verpflichtet“, sagt sie auf Anfrage. Klöpfer ist bisher nicht als Arbeitsmarkt- oder VW-Expertin hervorgetreten.

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