Pferdemetzger Bert Hobbold: „Die Nachfrage ist konstant gut“

Pferdemetzger Bert Hobbold
„Die Nachfrage ist konstant gut“

Vom Fohlenfilet bis zum Pferdeklops: Mit den Produkten der Ross-Schlachterei „Hobbold“ in Recklinghausen im Ruhrgebiet könnte man jedes Mädchen zum Weinen bringen. Die Nachfrage ist konstant – vor allem in NRW.
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Als Pferdemetzger haben Sie einen Beruf, der kleinen Mädchen und Pferdefreunden die Tränen in die Augen treibt. Können Sie damit leben?

Bert Hobbold: Na klar. Das kann ich ja auch verstehen. Viele Menschen verstehen nicht, dass ich ihren Liebling schlachte und dann verwurste. In Italien und Frankreich zum Beispiel, da hat Pferdefleisch einen höheren Stellenwert. Da gibt es Pferdefleisch in jedem Supermarkt.

Pferdefleisch gilt als hochwertig. Was zeichnet es aus?

Pferdefleisch war früher ein Arme-Leute-Essen. Als die Pferde von den Treckern ersetzt wurden, da wurde vermehrt geschlachtet. Daraus hat sich das entwickelt. Pferdefleisch ist fettarm und cholesterinärmer als Schweine- oder Rinderfleisch. Pferde werden artgerecht gehalten, weil es ja keine Massentierhaltung gibt. Da steckt keine große Industrie hinter. Außerdem lassen sich Pferde nicht so einfach mästen.

Welche Produkte gibt es aus Pferdefleisch?

Da gibt es eine große Auswahl. Bei uns im Angebot gibt es Gulasch, Rossbraten, Mettwurst, Fohlenschnitzel und Aufschnitt. Unsere hausgemachten Pferdeklöpse mit Soße in der Dose sind der Renner. Was viele nicht wissen: Der original rheinische Sauerbraten ist auch aus Pferdefleisch.

Wer kauft bei Ihnen ein?

Das geht quer durch die Bank. In unserem Internet-Shop bestellen Menschen aus ganz Deutschland. In Nordrhein-Westfalen gibt es viele Pferdefleisch-Liebhaber im Ruhrgebiet und im Rheinland. Aber auch an der Küste wird gerne Pferdefleisch gegessen. Es gibt allerdings immer weniger Pferdemetzger in Deutschland. Aber die Nachfrage ist konstant gut.

In Großbritannien wurde auf Lasagne-Packungen Pferdefleisch fälschlicherweise als Rind deklariert. Was sagen Sie zu dem aktuellen Pferdefleisch-Skandal?

Das ist kein Skandal. Das ist nur eine falsche Etikettierung. Überheblich gesagt: Da haben die Menschen was Gutes gegessen. Eine Gefahr bestand da nicht. Das ist Quatsch. Aber es sollte schon drin sein, was drauf steht.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Pferdemetzger Bert Hobbold: „Die Nachfrage ist konstant gut“"

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  • Kulturelle Unterschiede: Einem Angelsachsen Pferdefleisch vorzusetzen ist wie einem Muslim Schweinefleisch zu servieren. Kein Wunder, daß da ein Aufschrei durch UK geht.
    Im übrigen Guten Appetit.

  • Ich finde Pferdefleisch sehr lecker. Echt schade, dass es das bei uns so selten gibt.

    Also ein Skandal sieht anders aus...

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