Pharmabranche
Das große Geld verdienen die Amerikaner

"Verhalten optimistisch" sind die Erwartungen der Pharmabranche. Allerdings liegen die Schätzungen weit auseinander. Nach einem Plus von sechs Prozent im abgelaufenen Jahr erwarten die Experten der West LB nur noch ein globales Marktwachstum von vier bis fünf Prozent. Das Marktforschungsunternehmen IMS Health geht dagegen von einem Zuwachs um sechs bis sieben Prozent auf 640 bis 650 Mrd. Dollar aus.

HB FRANKFURT. Dabei dürfte der wichtige US-Markt weiterhin überproportional um etwa neun Prozent zulegen. Positiv wirkt hier die Erweiterung des Medicare-Systems. Diese staatliche Versicherung für ältere und behinderte Menschen wird künftig auch Arzneimittelausgaben abdecken und damit einkommensschwachen Schichten den Zugang zu Medikamenten erleichtern. Auf der anderen Seite laufen weitere Patente aus, was zu wachsendem Preisdruck von Seiten der Generikafirmen führt.

Davon wiederum sind in erster Linie US-Firmen betroffen. "Kurz- bis mittelfristig dürften daher europäische Pharmafirmen eine bessere Performance zeigen als die US-Firmen", heißt es bei Morgan Stanley. Analysten von Merrill Lynch sehen Roche und Novartis in einer starken Position. Auch für Unternehmen wie Sanofi-Aventis und Astra-Zeneca rechnen Branchenexperten mit weiteren Umsatz- und Ertragssteigerungen.

Eine entsprechende Zweiteilung des Marktes war bereits im abgelaufenen Jahr deutlich zu beobachten. So verbuchten zuletzt mit Pfizer, Merck & Co. sowie Bristol-Myers Squibb gleich drei große US-Konzerne Umsatzrückgänge. Sie sind nun gezwungen, mit Kostensenkungsprogrammen gegenzusteuern, um ihre Ertragskraft halbwegs zu halten.

Befürchtungen, die Patentbasis könnte weiter unter Druck geraten, wurden vor wenigen Tagen zumindest teilweise entkräftet. So konnte der Branchenführer Pfizer sein Patent auf den Bestseller Lipitor gegen Generikafirmen verteidigen. Der nächste wichtige Test steht 2006 im Patentverfahren um den Blutverdünner Plavix von Sanofi-Aventis bevor.

Angesichts der Patentrisiken stehen die Pharmakonzerne unter Druck, ihre Produkt-Pipeline zu verbreitern. Das Interesse an umfangreichen Lizenzvereinbarungen und Zukäufen im Biotechbereich hat daher zugenommen. Novartis ist interessiert an Berna Biotech, nachdem man zuvor bereits die US-Impfstoff- und Biotechfirma Chiron erworben hat. Solche Transaktionen spielen auch 2006 eine wichtige Rolle.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%