Philippinen
Bewaffnete nehmen Schulkinder als Geiseln

Geiseldrama auf den Philippinen: Zwei bewaffnete Männer haben am Mittwoch in der Hauptstadt Manila einen Bus mit etwa fünfjährigen Schulkindern und ihren Lehrern in ihre Gewalt gebracht. Ihre Forderungen wollen allerdings so gar nicht zu dem Gewaltakt passen.

HB MANILA. Die Männer halten 29 Schüler und ihre Lehrer an Bord eines Busses vor dem Rathaus der Hauptstadt Manila als Geiseln. Einen an Fieber leidenden Junge hatten sie nach drei Stunden einem Senator der Regierung übergeben, der in dem Bus mit den Geiselnehmern verhandelt hatte. Auf Fernsehbildern waren winkende Schüler in dem Fahrzeug zu sehen, eine Frau bat mit Hilfe von Gesten um ein Telefon. Einer der Kidnapper stand mit einer Granate bewaffnet neben ihr. Später wurden die Vorhänge an den Fenstern des Busses zugezogen.

Bei dem Anführer handelt es sich um den Besitzer einer Tagesstätte für Kinder in einem Slum von Manila. Armando „Jun“ Ducat verlangt laut Radioberichten von der Regierung, dass 145 der von ihm betreuten Kinder, die kürzlich vom Kindergarten abgingen, ein Universitätsabschluss ermöglicht wird. Zudem solle die Regierung ihren Eltern bessere Unterkünfte zur Verfügung stellen.

„Wenn ich die Zusicherung bekomme, dass diese Kinder eine Erziehung erhalten, werde ich mich ergeben“, sagte Ducat einem Radiosender in Manila. Er soll mit einer Handgranate bewaffnet sein. Berichten zufolge sollen Ducat die Mittel ausgehen, um den Kindern weiterhin eine kostenlose Vorschulerziehung in dem Armenviertel zu ermöglichen. Während die Polizei den Bus umstellte, beklagte er sich außerdem über die Korruption in der Regierung und die andauernde Armut in seinem Land. Senator Ramon Revilla Junior, der kurz im Bus mit ihm verhandelt hatte, forderte die Behörden auf, Ducat mehr Zeit zu geben, seine Klagen im Rundfunk vorzubringen.

Der Geiselnehmer wolle bis zur Nacht warten in der Hoffnung, dass die Bürger ihre Unterstützung mit Kerzen zum Ausdruck bringen, sagte der Senator. Der über 60 Jahre alte Ducat hatte in den 80er Jahren zwei Priester in Manila als Geiseln genommen, weil diese angeblich Mittel zum Bau einer Kirche abgezweigt hatten. Dabei soll er laut Medien eine Spielzeugpistole benutzt haben. Später saß er dafür kurz in Haft. 1995 hatte er einen Hungerstreik „für das philippinische Volk“ veranstaltet. 2001 trat er vergeblich zur Kongresswahl an. „Ich möchte diesen Kindern nichts antun“, sagte Duncan. „Ich liebe sie“.

Eltern der als Geiseln genommenen Kinder eilten zu dem Tatort. Der Bus war Medien zufolge für einen Ausflug mit den Kindern angemietet worden.

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