Philippinen
Tropensturm reißt rund 600 Menschen in den Tod

Sturzfluten nach schweren Regenfällen haben im Süden der Philippinen mindestens 440 Menschen Menschenleben gekostet. Die Opferzahl steigt stündlich, erste Schätzungen gehen von 600 aus.
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Iligan/ManilaBei heftigen Überschwemmungen im Gefolge des Tropensturms „Washi“ sind auf den Philippinen nach Angaben des Roten Kreuzes mindestens 440 Menschen ums Leben gekommen. Zahlreiche Menschen galten nach Behördenangaben am Samstag als vermisst, nachdem das Unwetter in der Nacht über die Insel Mindanao hinweggefegt war und Sturzfluten ausgelöst hatte.

Die Überschwemmungen überraschten zahlreiche Opfer im Schlaf. Viele Bewohner hatten vorausgegangene Sturmwarnungen nicht ernst genommen, weil die meisten Tropenstürme in der Region die Hauptinsel Luzon treffen, während Mindanao bislang meist verschont blieb. Die Regierung mobilisierte 20.000 Soldaten zur Katastrophenhilfe.

Am schwersten traf der Sturm die Hafenstädte Cagayan de Oro und Iligan auf Mindanao, wo große Gebiete überschwemmt wurden. Ein Militärsprecher sagte, allein dort habe es mindestens 172 Todesopfer gegeben. Weitere Menschen seien in angrenzenden Regionen getötet und etwa 2000 gerettet worden.

Der Sturm „Washi“ traf die Region, die von schweren Unwettern in der Regel verschont bleibt, mitten in der Nacht. „Die Menschen waren gewarnt, haben sich aber nicht in Sicherheit gebracht“, sagte ein Katastrophenschutzvertreter. Die meisten Tropenstürme treffen auf den Philippinen die Hauptinsel Luzon. Einwohner und Behördenvertreter berichteten, das Unwetter habe am späten Freitag überraschend eingesetzt. Vielen Menschen sei es daher nicht gelungen, sich in Sicherheit zu bringen. Das Fernsehen zeigte, wie Katastrophenhelfer in orangefarbenen Westen Überlebende aus brusthohen Wassermassen retteten.

Eine Bewohnerin von Iligan berichtete, wie sie von ihrem Hausdach aus gemeinsam mit ihren Kindern die Zerstörung der umliegenden Häuser mit ansehen musste. „Alle Häuser hinter unserem wurden zerstört“, sagte sie. Viele Nachbarn gälten als vermisst. Der Bürgermeister der 100.000-Einwohner-Stadt, Lawrence Cruz, sprach von der schlimmsten Flut in der Geschichte der Stadt. Hilfsorganisationen zufolge wurden mehr als 22.000 Familien durch das Unwetter obdachlos. Staatschef Benigno Aquino ordnete die Errichtung von zehn Notlagern an.

Nach Angaben der philippinischen Wetterbehörde zog der Sturm am Samstag in westlicher Richtung weiter und streifte die Küste der Nachbarinsel Negros, wo laut Katastrophenschutz mindestens 18 Menschen in den Sturzfluten starben. Es sei mit „schweren Schäden“ zu rechnen, „vor allem in der Landwirtschaft“. In der Nacht zum Sonntag könnte „Washi“ der Wetterbehörde zufolge auf die Insel Palawan treffen.

afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur

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