Philippinen
Versorgung nach Taifun kommt in Gang

Die Zahl der Toten steigt weiter. 4460 Menschen haben „Haiyan“ nach den neusten Zählungen nicht überlebt. Und es dürften noch mehr sein. Für die hungernden Überlebenden trafen nach Tagen endlich Wasser und Essen ein.
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Tacloban, BerlinEine Woche nach dem Taifun „Haiyan“ auf den Philippinen ist die Zahl der registrierten Opfer auf mehr als 4400 gestiegen. Mindestens 4460 Tote seien nun bestätigt, teilte ein UN-Sprecher am Donnerstag in New York mit. Rund 12 Millionen Menschen seien betroffen, rund 920 000 von ihnen mussten demnach ihre Häuser verlassen. Zuvor war die offizielle Zahl der Opfer mit 2357 angegeben worden. Es wird damit gerechnet, dass die Zahl weiter steigt.

Unterdessen erreicht die internationale Hilfe zunehmend auch abgelegene Regionen des Katastrophengebiets. Hubschrauber der US-Marine flogen am Donnerstag vom Flughafen Tacloban tonnenweise Care-Pakete zu Tausenden Menschen.

UN-Generalsekretär Ban Ki Moon zeigte sich betroffen und rief die internationale Gemeinschaft zur Hilfe auf. „Es herrscht furchtbare Verwüstung, und die Menschen suchen verzweifelt nach Essen, Wasser, Schutz, Proviant und Informationen über diejenigen, die ihnen lieb sind“, sagte Ban am Donnerstag in der lettischen Hauptstadt Riga. „Die internationale Gemeinschaft muss das philippinische Volk jetzt unterstützen. Es beweist großen Mut und Durchhaltefähigkeit, aber es braucht unsere Hilfe, es braucht sie jetzt und es braucht sie schnell.“

Vor der Küste traf der Flugzeugträger „USS Washington“ mit weiteren 80 Maschinen an Bord ein. Im Hafen lief ein US-Marinefrachtschiff mit Trinkwasser ein - die USA sprachen von dem wohl größten humanitären Einsatz ihrer Armee aller Zeiten. Deutschland stockte seine Hilfe für humanitäre Sofortmaßnahmen um drei Millionen Euro auf 4,5 Millionen auf.

Außenminister Guido Westerwelle (FDP) sicherte den Philippinen laut Mitteilung des Auswärtigen Amts vom Donnerstag auch Unterstützung beim Wiederaufbau zu. Der Sprecher der deutschen Hilfsorganisation I.S.A.R. Germany, Mark Rösen, sagte in der stark verwüsteten Stadt Tacloban: „Hier landen jetzt Hubschrauber im Minutentakt, die Hilfspakete rausfliegen.“

Er war mit seinem 24-köpfigen Team aus Ärzten und Pflegern auf dem Weg nach Palo 15 Kilometer weiter südlich, um dort ein Feldlazarett aufzubauen. „Wir können bei Wundbrand auch Amputationen durchführen“, sagte er. „Aus Einsätzen in anderen Katastrophengebieten wissen wir, dass sich durch die Wärme, das verseuchte Wasser und die Bakterien Wunden sehr schnell entzünden. Amputationen sind Maßnahmen, um Leben zu retten.“

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Versorgung nach Taifun kommt in Gang

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Massenbegräbnis nahe Tacloban

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