Piano-Man stammt aus Deutschland
Bayerischer Piano-Man hält Briten zum Narren

Das Rätsel um den mysteriösen Piano-Man ist gelöst: Der Mann, der mit angeblichem Gedächtnisverlust an der britischen Kanalküste aufgegriffen worden war hat sein Schweigen gebrochen - und gab sich als Deutscher aus Bayern zu erkennen.

HB LONDON. Er habe die Ärzte der Klinik, in der er seit Monaten behandelt worden war, mit seinem Verhalten und angeblichen Gedächtnisverlust getäuscht, berichtete der „Daily Mirror“ am Montag. Bereits am Samstag sei er nach Deutschland geflogen, wo sein Vater einen Bauernhof habe.

Die Klinik machte keine Angaben über Namen und Herkunft des blonden Mannes. Die Gesundheitsbehörden erklärten, dass sich der Piano-Mann nicht mehr in ihrer Obhut befinde. Indes bestätigte ein Sprecher des Auswärtigen Amtes, es handele sich um einen 20-jährigen Mann aus Bayern.

Der in triefend nasser Kleidung und ohne Ausweispapiere gefundene Mann hatte von Anfang an alle Fragen nur mit der Zeichnung eines Klaviers beantwortet. Daraus waren Vermutungen abgeleitet worden, dass es sich um einen Pianisten handeln könne, der einen Nervenzusammenbruch hatte und sich nicht mehr erinnern könne.

Verhalten Kranker kopiert

Zudem machten Berichte die Runde, dass er ausgezeichnet klassische Musik spielen könne. In der Klinik Little Brook in Dartford (Kent) bestätigte sich dies jedoch nicht. „Jetzt heißt es, dass er in der Klinik-Kapelle ständig nur auf einer Taste herumklopfte“, schildert die Zeitung. Er habe nach seinem jetzigen Bekenntnis bei einer Befragung das Klavier gezeichnet, weil dies der erste Gegenstand war, der ihm in den Sinn kam.

Den Ärzten der Klinik soll der Mann am Freitag erzählt haben, dass er seinen Arbeitsplatz in Paris verloren habe und mit dem Eurostar-Zug nach Großbritannien gefahren war. Dort habe er Selbstmord begehen wollen. Als er aufgegriffen und von der Polizei befragt wurde, habe er sich an das Verhalten von geistig Kranken erinnert, die er früher betreut hatte. Er kopierte einige typische Verhaltensweisen und konnte so die Ärzte täuschen.

Der britische Gesundheitsdienst, der viel Geld für seine Betreuung ausgegeben habe, will ihn jetzt auf Entschädigung verklagen, berichtete die Zeitung weiter.

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