Pistole falsch geladen
Tränen beim Krimifestival

Ein unbeabsichtigter Zwischenfall hat den Besuchern der Eröffnung des Literaturfestivals Criminale in Koblenz die Tränen in die Augen getrieben. Für den Oberbürgermeister der Stadt hatte dies ungeahnte Folgen.

HB KOBLENZ. Als Oberbürgermeister Eberhard Schulte-Wissermann (SPD) mit einer Schreckschusspistole den Startschuss für das nach Veranstalter- Angaben größte Festival deutschsprachiger Kriminalliteratur gab, zog ein beißender Geruch durch den Raum. Etlichen Anwesenden tränten die Augen. Die Pistole habe versehentlich wohl eine Tränengas-Patrone enthalten, sagte Mitorganisator Heinz-Peter Baecker. Bei früheren Festivals sei sie noch problemlos eingesetzt worden: „Damals hat keiner geheult.“

Als der Spuk nach einigen Minuten vorüber war, ernannte der Koblenzer Polizeipräsident Horst Eckhardt das Stadtoberhaupt zum Polizeikommissar ehrenhalber für die Zeit der Criminale. Schulte- Wissermann erhielt eine Polizeiuniform samt Handschellen und Dienstausweis. Bis zum 1. Mai stehen bei der Criminale in Koblenz und Umgebung etwa 100 Lesungen rund um Mord und Totschlag auf dem Programm. Dazu gehören ein erotischer Krimiabend mit der früheren Hamburger Prostituierten Domenica Niehoff, eine Podiumsdiskussion zum Thema „Der deutsche Krimi - gestern, heute, morgen“ und die Lesung „Mord - Bestattung inbegriffen“ in einem Bestattungsinstitut.

Die Criminale feiert dieses Jahr ihren 20. Geburtstag: Krimiautoren hatten das Treffen 1986 ins Leben gerufen, um den deutschsprachigen Krimi angesichts der starken englischsprachigen Konkurrenz zu fördern. Veranstalter ist die Autorenvereinigung „Syndikat“, die mehr als 400 Mitglieder hat und damit etwa 90 Prozent der deutschsprachigen Krimiautoren vertritt.

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