Platzeck: Brandenburg gewinnt an Attraktivität
Tropenpark in alter Cargolifter-Halle eröffnet

In der früheren Cargolifter-Halle südlich von Berlin ist ein riesiger Tropenpark mit Badestrand und Regenwald entstanden. Am Samstag wurde «Tropical Islands» mit einer Gala eröffnet.

HB BERLIN. Der große Freizeitpark «Tropical Islands» in der ehemaligen Halle des insolventen Luftschiff-Unternehmens Cargolifter bei Brand südlich von Berlin ist am Samstagabend mit einer festlichen Gala eröffnet worden. Als Höhepunkt stand vor 2000 geladenen Gästen aus Politik, Wirtschaft und Showbusiness am Abend das Musical «Viva Brasil» auf dem Programm. Die ersten zahlenden Besucher werden am Sonntag erwartet.

Das in Deutschland einmalige künstliche Tropenparadies wurde in achtmonatiger Bauzeit errichtet. In dem acht Fußballfelder großen und 107 Meter hohen Kuppelbau können die Gäste in einer warmen «Südsee» baden, sich an beheizten Sandstränden entspannen oder durch einen Regenwald spazieren. Der Park ist rund um die Uhr geöffnet.

Cargolifter hatte vor zweieinhalb Jahren Insolvenz anmelden müssen. In der riesigen Halle in Brand sollten eigentlich Zeppeline für den Transport von Schwerlasten gebaut werden. Das Projekt scheiterte aber an der Finanzierung und an Zweifeln an der Machbarkeit. Die Halle blieb leer, zwischenzeitlich drohte dem Bau die Abrissbirne - doch schließlich fand er einen neuen Besitzer: eine malaysisch-britische Investorengruppe, die aus der Halle den Freizeitpark machte.

Brandenburgs Ministerpräsident Matthias Platzeck (SPD) bezeichnete das Projekt als große Chance für die Region. Er wünschte dem Unternehmen bei der Gala, dass «die tropische Sonne in Brand niemals untergeht». Der Landeschef sprach von einer «Vision», die mit Mut und Kreativität umgesetzt worden sei. Durch den Tropenpark werde sich die touristische Attraktivität Brandenburgs auch im Ausland weiter erhöhen.

Das Management nennt den Park das «größte Lifestyle-Resort Europas» und erhofft sich pro Jahr etwa drei Millionen Besucher, um «Tropical Islands» wirtschaftlich betreiben zu können. Kritiker bezweifeln jedoch, dass diese Zahlen zu erreichen sind. «Ohne Werbekonzept und Kontakte zu großen Touristikunternehmen sind solche Besucherzahlen völlig unrealistisch», sagte der Brandenburger PDS-Chef Ralf Christoffers.

Am Tag der Eröffnung kritisierte zudem die SPD-Landtagsabgeordnete Esther Schröder die für das Projekt in Aussicht gestellten staatlichen Zuschüsse. Nach Angaben des Wirtschaftsministeriums werde mehr Geld bereitgestellt als bisher bekannt. Demnach sollen neben den beantragten und noch nicht gewährten 13 Millionen Euro vom Land Brandenburg weitere Millionen in die Infrastruktur fließen.

Der Touristik-Unternehmer Colin Au und der malaysisch-britische Mischkonzern Tanjong Public investierten bisher ausschließlich privates Kapital in den Erlebnispark, für den Ausbau der Infrastruktur beantragten sie aber öffentliche Gelder. Im Sommer 2003, ein Jahr nach der Cargolifter-Pleite, hatten Au und Tanjong die Halle und einen Teil des Geländes für 17,5 Millionen Euro gekauft. Der Umbau der Halle kostete 70 Millionen Euro.

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