Pluspunkte für die Anklage
PR-Mitarbeiterin belastet Jackson

Der wegen Kindesmissbrauchs angeklagte Michael Jackson wurde am Mittwoch von einer Zeugin schwer beschuldigt. Sie hat vor zwei Jahren für einige Tage im PR-Team des Popsängers gearbeitet. Dabei habe sie Jacksons Versuche mitverfolgen können, in der Öffentlichkeit besser da zu stehen.

HB DÜSSELDORF. Die ehemalige PR- Mitarbeiterin Jacksons unterstützte den Vorwurf der Staatsanwaltschaft, der Sänger habe die Familie seines jugendlichen Anklägers gegen deren Willen festgehalten.

Die Zeugin führte weiter aus, dass die Berater des Popstars die Mutter des Jungen als „Crack- Hure“ darstellen wollten, um so ihren Ruf zu zerstören.

Ann Marie Kite war im Frühjahr 2003 vom Jackson-Team als „Krisenspezialistin“ angeheuert worden, wenige Tage nach der Ausstrahlung der TV-Dokumentation „Leben mit Michael Jackson“. Kite beschrieb die Sendung, in der Jackson Hand in Hand mit dem jugendlichen Ankläger zu sehen ist, als Public-Relations-Katastrophe für Jackson.

Der britische Journalist Martin Bashir hatte Jackson darin auch das Bekenntnis entlockt, dass Jungen bei ihm im Bett übernachten würden. Dies beschrieb der Sänger als harmlose Pyjama- Party.

Um den negativen Eindruck dieser Aussage zu tilgen, versuchte Jackson laut Anklage, den Jungen und seine Familie zur Aufnahme einer positiven Gegendarstellung auf Video zu zwingen. Dabei soll er die Familie auf seiner Neverland Ranch festgehalten haben. Des weiteren wird Jackson vorgeworfen, den damals 13-jährigen Jungen sexuell belästigt und ihn mit Alkohol gefügig gemacht zu haben.

Kite zufolge hatte das plötzliche Verschwinden des Jungen und seiner Familie von Neverland Jacksons Berater in Panik versetzt. Später habe ihr ein Jackson-Mitarbeiter erzählt, dass die Familie zurückgebracht wurde und damit „die Lage unter Kontrolle“ sei.

Im Kreuzverhör mit Jacksons Anwalt Thomas Mesereau räumte die Frau jedoch ein, dass sie nur wenige Tage für den Sänger tätig war und dabei weder Jackson noch die Familie zu Gesicht bekam. Sie gab auch ihren Eindruck wieder, dass einige Mitarbeiter nicht im Sinne von Jackson agierten und hinter seinem Rücken arbeiteten.

In ihren Ausführungen brachte die Zeugin auch frühere Missbrauchsvorwürfe eines anderen Jungen aus dem Jahr 1993 zur Sprache. Richter Melville hat noch nicht entschieden, ob dieser Fall, der nie vor Gericht endete, im laufenden Verfahren zugelassen wird. Dies wäre als schwerer Rückschlag für Jacksons Verteidigung zu werten.

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