Podiumsdiskussion auf dem Katholikentag
Drewermann für Papst auf Zeit

Als undemokratisch und völlig überholt hat der Kirchenkritiker Eugen Drewermann hat den Priesterstand in der katholischen Kirche bezeichnet. Auf dem Katholikentag in Ulm sagte er, das Christentum brauche keine Beamten, die vermeintlich die göttliche Wahrheit verwalteten und auslegten, sondern Menschen.

HB ILM. Auf einer Podiumsdiskussion plädierte der vom Vatikan 1979 gemaßregelte Priester dafür, Gemeindepfarrer auf Zeit zu wählen und auch abzuwählen. „Und was spräche dagegen, den Papst auf Zeit zu wählen, etwa für fünf Jahre?“, fragte Drewermann.

Bislang wählt das Kardinalskollegium den Papst auf Lebenszeit, die Priester werden den katholischen Gemeinden vom örtlichen Bischof zugeteilt.

Skeptisch äußerte sich Drewermann zu den Chancen, den Priestermangel zu beheben. Die Kirche stranguliere mit ihren dogmatischen Vorgaben das Denken. „Dieser Gehorsamszwang ist 200 Jahre nach der Aufklärung nicht mehr akzeptabel.“ Unter den Priesteramtskandidaten seien heute viele graue Mäuse, die nach dem Motto „Bloß nicht auffallen und nichts Falsches machen“ handelten. „So kann man aber der Sache Jesu nicht dienen.“

Auch der kirchenkritische französische Bischof Jacques Gaillot sprach sich für neue Formen des Priestertums aus - für Frauen oder etwa als zeitlich begrenzte Aufgaben. „Neue Quellen zu erschließen, ist besser, als Strukturen zu verwalten“, sagte Gaillot. Das Wichtigste sei, dass die Kirche nicht die Hoffnung verliere: „2000 Jahre Christentum - das ist nicht viel, ich glaube wir stehen noch am Anfang“, sagte Gaillot unter tosendem Beifall.

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