Polanskis teure Fußfessel
„Die durfte ich auch noch selbst bezahlen“

Als Roman Polanski dringend 4,5 Millionen Dollar für seine Kaution brauchte, bot Playboy Gunter Sachs sofort Hilfe an. Der polnisch-französische Starregisseur will über die Vorwürfe der US-Behörden nicht mehr reden.
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BerlinStarregisseur Roman Polanski (79) hat die elektronische Fußfessel während seines Hausarrests in der Schweiz mehr als 20 000 Euro gekostet. „Ich erhielt eine Rechnung über 28 000 Schweizer Franken für diese dämliche Fessel“, sagte Polanski in einem „Welt am Sonntag“-Interview. „Die durfte ich auch noch selbst bezahlen.“ Im Jahr 2009 war der Regisseur von „Rosemary's Baby“ und „Ghostwriter“ festgenommen und später unter Hausarrest gestellt worden. Die US-Justiz hatte wegen eines Sexualdelikts an einer Minderjährigen in den 70er Jahren seine Auslieferung verlangt. Polanski habe nicht die volle Haftstrafe abgesessen und sei geflohen.

Als es im Zuge des Verfahrens um die geforderte Kaution von 4,5 Millionen Dollar gegangen sei, habe Playboy Gunter Sachs ihm sofort Hilfe angeboten, sagte der Oscar-Preisträger. „Der Erste, der mich damals anrief, war Gunter Sachs. Er sagte, wenn du Geld für die Kautionssumme brauchst, ich leihe es dir sofort. Meine Schweizer Bank hatte abgelehnt, die UBS. Meine französische Bank, sie gehört dem Staat, hat mir die Summe dann sofort zur Verfügung gestellt.“

Der polnisch-französische Regisseur will nicht, dass die Vorwürfe aus den 70ern sein heutiges Leben bestimmen. „Diese Geschichte ist ein Teil meines Lebens - ja. Aber die Leute wollen, dass sie Teil meiner Persönlichkeit wird. Dagegen wehre ich mich.“ Er habe sich schuldig gemacht und sei dafür damals ins Gefängnis gegangen.

„Rückblickend denke ich, dass die Schweizer gar nicht anders handeln konnten“, sagte Polanski. „Sie mussten erst auf Unterlagen warten, die nachweisen konnten, dass ich meine Strafe damals abgesessen hatte. Nur weigerten sich die Amerikaner, diese Dokumente herauszugeben.“

Das öffentliche Interesse an seinem Fall war groß. Polanski empfindet es als Belastung, ständig Stellung zu seiner Vergangenheit nehmen zu müssen: „Ich bin doch befangen.“ Was immer er sage, werde doch als reine Selbstverteidigung abgetan. „Glauben Sie nicht, dass ich mit mir selbst schon genug auszumachen habe? Nur, weil ich nicht drüber sprechen kann, heißt doch nicht, dass in mir nichts los ist.“

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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