
HB GÖTTINGEN. Der Brand in der Nacht zum Sonntag hatte den 72 Meter hohen Nordturm der Kirche aus dem 15. Jahrhundert weitgehend zerstört. Der Sachschaden beträgt mehrere Mill. €.
Auf die Spur der Brandstifter war die Polizei durch den Hinweis einer Zeugin gekommen. Nach den bisherigen Ermittlungen waren die beiden Jugendlichen in der Nacht zum Sonntag auf ein am Kirchturm angebrachtes Baugerüst geklettert. Sie sollen Material angezündet haben, das sie zuvor in der Nähe der Kirche aufgesammelt hatten, und so das Feuer entfacht haben. Der 72 Meter hohe Nordturm des Göttinger Wahrzeichens wurde bei dem Brand in der so genannten Türmerwohnung schwer beschädigt. Die Türme der evangelischen Kirche waren in den vergangenen vier Jahren für mehr als sieben Millionen Euro vollständig saniert worden. In diesem Frühjahr sollte der Abschluss der Arbeiten mit einem Gemeindefest gefeiert werden. Die Bischöfin der lutherischen Landeskirche Hannovers, Margot Käßmann, zeigte sich nach Angaben ihrer Sprecherin „tief betroffen“. Die rund 650 Jahre alte Kirche im Göttinger Stadtzentrum sei aber gegen Brandschäden versichert. Außer dem Nordturm wurde auch das Kirchenschiff durch Löschwasser in Mitleidenschaft gezogen. Ob die Statik dadurch gelitten habe, wird noch untersucht.
Das Motiv der beiden Täter ist noch nicht geklärt. Latermann schloss einen politischen Hintergrund allerdings grundsätzlich aus. Gegen den 19-Jährigen wurde wegen Fluchtgefahr Haftbefehl erlassen. Der 15-Jährige wurde nach der Vernehmung nach Hause gebracht.