Politpromi-Treff: Türkischer Botschafter ist neuer Grünkohlkönig

Politpromi-Treff
Türkischer Botschafter ist neuer Grünkohlkönig

Erstmals ist ein Botschafter eines anderen Staates zum Oldenburger Grünkohlkönig ernannt worden. Doch der darf das Gemüse nicht wie üblich mit reichlich Schweinefleisch verzehren.
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BerlinPremiere bei der Wahl des Oldenburger Grünkohlkönigs in Berlin: Das Amt wurde erstmals in seiner fast 60-jährigen Geschichte dem Botschafter eines fremden Staates übertragen - Hüseyin Avni Karslioglu aus der Türkei. Der Diplomat übernahm den Posten am Montagabend beim traditionellen „defftig Ollnborger Gröönkohl-Äten“ (deftiges Oldenburger Grünkohlessen) in der Vertretung des Landes Niedersachsen in Berlin.

Sein Vorgänger, Kanzleramtsminister Peter Altmaier (CDU), musste turnusmäßig abdanken - gewissermaßen der zweite Rücktritt im Kabinett Merkel binnen weniger Tage, wenn auch mit geringeren Nachwirkungen als im Fall von Landwirtschaftsminister Hans-Peter Friedrich (CSU).

Seit 1956 nutzen die Oldenburger das Grünkohlessen, um für ihre Stadt und Region zu werben. Schon als Bonn noch Bundeshauptstadt war, hatte sich das Essen als Politpromi-Treff etabliert. Nur wegen der Hochwasserkatastrophe 1962 und im Golf-Krieg 1991 fiel es aus.

Der neue König stellte die Köche vor eine besondere Herausforderung: Normalerweise kommen kiloweise Schweineschmalz, Speck, Kasseler, Fleischpinkel und Mettwürste in den Kohl und geben ihm den richtigen Geschmack. Für Moslems ist das natürlich ein Tabu. Daher wurden auch vegetarische Portionen gekocht und als Alternative zu Schweinefleisch eine Hühnchenvariante serviert.

Zu den bisherigen Grünkohlmonarchen gehören unter anderem die Alt-Kanzler Helmut Schmidt (SPD) und Helmut Kohl (CDU), die ehemaligen Außenminister Hans-Dietrich Genscher (FDP) und Joschka Fischer (Grüne) und auch der einstige Wirtschaftsminister Philipp Rösler (FDP).

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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