Polittalkshow
Anne Will absolviert Talkshow-Premiere

Über fünf Millionen Zuschauer verfolgten am Sonntagabend die Talkshow-Premiere von Anne Will. Dabei ist das Konzept der Sendung eigentlich ganz einfach: „Die Politik mit der Realität konfrontieren“. Als erster Gast kam daher die Mitarbeiterin eines Callcenters zu Wort.

HB BERLIN. Anne Will hat am Sonntagabend ihre mit Spannung erwartete erste Talkshow als Nachfolgerin von Sabine Christiansen absolviert. Mit den Worten „Guten Abend, meine Damen und Herren, herzlich willkommen. Schön, dass Sie alle bei uns sind“, startete die ehemalige „Tagesthemen“-Moderatorin ihre neue ARD-Sendung.

Zu den Gästen zählten SPD-Chef Kurt Beck, NRW-Ministerpräsident Jürgen Rüttgers (CDU), die evangelische Landesbischöfin Margot Käßmann und der Telekom-Vorstandsvorsitzende René Obermann. Das Thema lautete „Rendite statt Respekt: Wenn Arbeit ihren Wert verliert“. Die Gäste diskutierten über Hartz IV, Mindestlohn und die Wirklichkeit der Agenda 2010.

Will ließ zuerst Kerstin Weser, die Mitarbeiterin eines Callcenters, zu Wort kommen, die für 5 Euro die Stunde arbeiten geht, obwohl dies kaum zum Leben reicht. Diese Situation sollte der rote Faden der Sendung sein. „Die Politik mit der Realität konfrontieren“ – dies hatte sich die 41 Jahre alte Moderatorin für ihr neues Format vorgenommen. Einige kleine Versprecher unterliefen ihr bei der Premiere, deutlich war aber auch, dass die Journalistin ihren viel gelobten Interviewstil beibehalten will.

„Haben Sie das gewollt?“, fragte Will beispielsweise SPD-Chef Beck mit Blick auf die Agenda 2010 und Hartz IV. Später hakte sie nach, ob „die ganze SPD“ noch zur Agenda 2010 stehe. Obermann sprach sie auf die Arbeitsplätze an, die die Telekom gestrichen hat. Beck und Rüttgers lieferten sich einen Schlagabtausch. Zu Wort kam auch Psychotherapeut Bernd Sprenger.

Am Ende der Show, die live und mit Publikum aus dem Studio in Berlin-Adlershof gesendet wurde, sagte die Gastgeberin: „Nach uns kommen die ,Tagesthemen', die empfehle ich Ihnen sehr, schon alleine aus persönlicher Verbundenheit.“ Zu den Premierengästen zählten ARD-Programmdirektor Günter Struve, RBB-Moderator Jörg Thadeusz sowie Anne Wills Eltern.

Wills Vorgängerin Sabine Christiansen lockte im Durchschnitt rund 3,6 Millionen Zuschauer vor die Bildschirme, eine Quotenerwartung steht in Wills Vertrag. Die Moderatorin hatte die Talkshow übernommen, nachdem Günther Jauch abgesagt hatte.

Das Fernsehstudio, in dem 2005 Gerhard Schröder und Angela Merkel vor der Bundestagswahl diskutierten, ist neu ausgestattet. Es dominieren die Farben orange, braun und beige. Die Gäste nahmen auf roten Stühlen im Retrostil Platz – bis auf die Callcenter-Mitarbeiterin und den Therapeuten, die auf einem Sofa saßen.

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