Polizei
Auschwitz-Diebe sind keine Neonazis

Der Auschwitz-Schriftzug "Arbeit macht frei" wurde nach Angaben der polnischen Polizei nicht von Neo-Nazis gestohlen. Die fünf Verdächtigen, die das Schild von dem Konzentrationslager gestohlen hatten, handelten aus kriminellen Motiven, erklärte der Krakauer Polizeichef Andrzej Rokita am Montag. Der wiedergefundene Schriftzug soll an seinen historischen Ort zurückkehren.
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HB KRAKAU/WARSCHAU. Es sei noch unklar, ob die Männer zu der Tat angestiftet worden seien. "Wir können sagen, dass keiner der fünf einer Neo-Nazi-Gruppe angehört."

Die Männer im Alter zwischen 20 und 39 Jahren waren am Sonntagabend in Gdynia (Gdingen) sowie bei Wloclawek festgenommen worden. Sie hätten keinen Widerstand geleistet, sagte der Chef der polnischen Polizei in Krakau, Andrzej Rokita. Der Schriftzug wurde in einem Versteck im Wald im Norden des Landes gefunden. Nach Angaben der Polizei wurde die stählerne Aufschrift kurz nach dem Diebstahl in drei Teile zerlegt.

Der nach drei Tagen wiedergefundene Schriftzug soll an seinen historischen Ort zurückkehren. Vorher seien aber noch Restaurationsarbeiten erforderlich, sagte Museumssprecher Pawel Sawicki am Montag. Auch müssten die Sicherheitsvorkehrungen verbessert werden. Er ließ offen, ob das Originalschild noch vor dem 65. Jahrestag der Befreiung letzter überlebender Häftlinge durch die sowjetischen Soldaten am 27. Januar 1945 angebracht werden kann. Jetzt hängt am KZ-Tor eine Kopie.

Die Täter hatten am Freitagmorgen den historischen Schriftzug abmontiert und unbemerkt vom Gelände des ehemaligen deutschen Konzentrationslagers Auschwitz entwendet. Die Aufschrift "Arbeit macht frei", die über den Einfahrten zahlreicher Konzentrationslager angebracht wurde, gilt als zynisches Symbol für die Gräueltaten der Nazis, die Mio. von Menschen ermordeten.

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