Polizei fahndet nach einem Mann
Erste Spur nach Kölner Anschlag

Die Kölner Polizei fahndet zwei Tage nach dem verheerenden Bombenanschlag in Köln nach einem 30 Jahre alten Mann, der kurz vor der Detonation ein silbernes Fahrrad am Explosionsort abgestellt haben soll.

HB DÜSSELDORF. Nachdruck wurde der Fahndung durch das Aussetzen einer Belohnung von 20 000 € verliehen. Die Bombe wurde nach Erkenntnissen der Polizei wohl in einem Metallbehälter gezündet.

Die Polizei suche einen Mann, der kurz vor der Detonation ein silbernes Fahrrad am Explosionsort abgestellt haben soll, teilte die Kölner Polizei am Freitag mit. An dem Rad - ein über die Supermarktkette Aldi vertriebenes Fahrrad der Marke Cyco - habe sich der Sprengkörper möglicherweise befunden. Der gesuchte Mann sei etwa 1,80 Meter groß und Zeugen zufolge etwa 30 Jahre alt. Er habe eine dunkle Baseballkappe getragen, unter der blondes Haar zu erkennen gewesen sei.

Bei dem Mann könne es sich um einen Zeugen, aber auch um einen Täter handeln, sagte eine Polizeisprecherin. Es handele sich um eine erste konkrete Spur. Doch sei noch unklar, ob sich die Bombe bereits auf dem Rad befand, als es der Mann abstellte, oder ob der Sprengsatz erst später auf das Rad gelegt worden sei. Für Hinweise, die zur Ergreifung des Täters oder der Täter führen, wurde eine Belohnung von bis zu 20 000 € ausgesetzt.

Der Berliner „Tagesspiegel“ berichtete unter Berufung auf Sicherheitskreise vorab aus seiner Samstagsausgabe, bei der Bombe habe es sich um eine mit Sprengstoff gefüllte Gasflasche gehandelt. Der Sprengsatz sei ferngezündet worden. Der Sprengsatz gelte als Eigenbau eines Bastlers. Eine Sprecherin der Polizei sagte, diese Informationen deckten sich nicht mit dem Kenntnisstand der Kölner Ermittler. Die Polizei gehe derzeit davon aus, dass sich die Bombe in einem Metallbehälter befunden habe. „Alles andere wird untersucht“, sagte sie. Informationen über den Zündmechanismus lägen noch nicht vor.

Bei der Detonation der mit etwa zehn Zentimeter langen Zimmermannsnägeln gespickten Bombe im vor allem von Türken bewohnten Kölner Stadtteil Mülheim waren am Mittwoch 21 Menschen zum Teil schwer verletzt worden. Durch die Wucht der Detonation gingen zahlreiche Glasscheiben in den umliegenden Häuser zu Bruch. Auch mehrere Autos wurden teils erheblich beschädigt. Bundesinnenminister Otto Schily (SPD) hatte gesagt, die Sicherheitsbehörden gingen von einem kriminellen und nicht von einem terroristischen Hintergrund der Tat aus. Die Polizei hatte die Untersuchungen am Tatort in der Kölner Keupstraße am Donnerstag abgeschlossen. Das Landeskriminalamt werte das sichergestellte Material nun aus, hieß es. Erste Ergebnisse der Untersuchungen seien in einigen Tagen zu erwarten.

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