Polizei tappt im Dunkeln
Überfallserie auf Südafrika-Touristen

Der OR Tambo-Airport der südafrikanischen Metropole Johannesburg ist Schauplatz einer mysteriösen Überfallserie auf Touristen. Die Verbrechen nähren den Verdacht einer Komplizenschaft zwischen Mitarbeitern der Einwanderungsbehörde und organisierten Banden. Keine gute Werbung für den Flughafen, der in zwei Jahren Einfallstor für Scharen fußballbegeisterter WM-Touristen sein wird.

dpa JOHANNESBURG. Afrikas bedeutendster Flughafen kommt aus den Schlagzeilen nicht heraus. Dem OR Tambo-Airport der südafrikanischen Metropole Johannesburg - in zwei Jahren Einfallstor für Scharen fußballbegeisterter WM-Touristen - macht die Kriminalität zu schaffen. Nach spektakulären Raubüberfällen und regelmäßigen Beschwerden über aufgebrochenes und geplündertes Gepäck ist es nun eine Serie von Überfällen auf Touristen, die kurz nach der Ankunft ausgeraubt werden.

Seit Monaten berichten Südafrikas Medien über Opfer, die bei der Einreise Wertsachen oder hohe Bargeld-Beträge deklariert und dann bei der Ankunft vor ihrer Unterkunft ausgeraubt wurden. Auch Diplomaten oder Angehörige internationaler Organisationen wie der Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit (GTZ) und ihre Familienangehörigen waren davor nicht gefeit. Der Verdacht einer Komplizenschaft zwischen Mitarbeitern der Einwanderungsbehörde und organisierten Banden kam schnell auf. Die Polizei tat das jedoch stets als nicht nachweisbar ab - obwohl entsprechende Warnhinweise von Staaten wie den USA an ihre reiselustigen Bürger publik wurden.

Südafrikas Polizei spricht von Zufällen und versucht, das durch die hohe Kriminalität im Lande bereits getrübte Image des Kap-Staates nicht weiter zu beschädigen. Der nationale Polizeisprecher Vish Naidoo sagte am Dienstag, seine Beamten würden im Falle organisierter Kriminalität mehr als nur ein oder zwei wöchentliche Überfälle auf Touristen erwarten. Die Opfer hätten sich eben „zur verkehrten Zeit am verkehrten Ort„ aufgehalten.

Nur wenige Stunden vor seinen Äußerungen waren Reisende aus Vietnam überfallen worden. Sie sind die jüngsten Opfer der Serie und wurden nach der Ankunft vor ihrer Unterkunft von Gangstern erwartet. Einer Gruppe Amerikaner ging es ähnlich. Sogar Luxushotels mit Sicherheitspersonal schrecken Gangster nicht. Der US-Botschaft in Pretoria, die auf ihrer Website eine entsprechende Reisewarnung herausgegeben hat, sind allein aus dem vergangenen Jahr 14 derartige Überfälle auf US-Bürger bekannt. Naidoo erklärte jedoch, er wisse davon nichts.

Dennoch wurde angeordnet, dass bei der Einreise zwar Wertsachen, nicht aber die Adresse am Urlaubsort mehr angegeben werden muss. Und nach dem jüngsten Überfall berichtete die Betreibergesellschaft des Flughafens, sie werde nun eine Hotline für Überfallene einrichten. Über den im Ausbau befindlichen OR Tambo-Flughafen werden jährlich 16 Mill. Passagiere abgefertigt. Insgesamt zählte Südafrika 2007 trotz hoher Kriminalität im Lande rund neun Mill. Touristen.

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