Polizeiliche Kriminalitätsstatistik
Deutschlands Räubernester

Frankfurt am Main wird seinem Ruf als Hauptstadt der Kriminalität in Deutschland auch weiterhin gerecht. Doch in der aktuellen Kriminalitätsstatistik der Polizei stellt sich heraus, dass andere Städte sicherer sind als ihr Ruf. In Deutschland insgesamt zeigt die zunehmende Überalterung der Bevölkerung auch mal ihre guten Seiten.

FRANKFURT/HAMBURG. Frankfurt am Main bleibt das „heißeste Pflaster“ unter den Großstädten in Deutschland, München statistisch gesehen die sicherste der Metropolen. Nach einer dpa- Umfrage zeigt die Kriminalstatistik 2006 in den zehn bevölkerungsreichsten deutschen Städten ein recht unterschiedliches Bild. Während die Polizei in Berlin, Hamburg, Frankfurt, Bremen, Dortmund und Essen weniger Straftaten registrierte als 2005, verzeichneten Düsseldorf, Köln, Stuttgart und München mehr Delikte.

Frankfurt bleibt mit 16 378 Straftaten pro 100 000 Einwohner zwar die Kriminalitätshochburg, doch die Bankenmetropole am Main hat den Abstand auf die „Verfolger“ verkürzt. Ein Handicap für die Statistik der relativ kleinen Großstadt ist, dass auch Delikte, die auf dem größten deutschen Flughafen verübt werden, einfließen. Christian Pfeiffer, Direktor des Kriminologischen Forschungsinstituts Niedersachsen, nennt das „importierte Kriminalität“ und fügt hinzu: „Die Leute in Frankfurt sind nicht krimineller als anderswo.“ Besonders auffällig ist in Frankfurt der Rückgang bei Drogendelikten von 6701 auf 5945 (minus 11,3 Prozent).

» Tabelle: Kriminalitätsstatistik für die 10 größten Städte Deutschlands

Weil es immer weniger junge Menschen gebe, gingen Delikte wie Einbruch, Bankraub, Autodiebstahl oder auch Rauschgiftvergehen kontinuierlich zurück. Dagegen sei häufig eine Zunahme von Gewalttaten, besonders bei Jugendlichen, und ein Anstieg der Internetkriminalität zu verzeichnen. Hessen beklagt, dass die Zahl von Kindern sowie Jugendlichen, die sich an Minderjährigen vergingen, zwischen 1993 und 2006 um das Fünf- beziehungsweise Dreifache gestiegen ist.

„Der Gesamttrend bei der Entwicklung der Kriminalität in Deutschland bleibt positiv, im langjährigen Vergleich nimmt die Zahl der Straftaten immer mehr ab“, sagte Pfeiffer. Bei den Großstädten, die wieder mehr Straftaten verzeichneten, handele es sich bis auf Düsseldorf um Schauplätze der Fußball-WM im vergangenen Jahr. „Ansonsten steht nach wie vor der Satz: Die Vergreisung der Republik fördert die innere Sicherheit.“

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