Polizeiwachen angegriffen
Erneut Krawalle in Athen

Auch fünf Tage nach dem Tod eines 15-Jährigen durch eine Polizeikugel ist es in der griechischen Hauptstadt Athen zu Ausschreitungen gekommen. Inzwischen hat die Welle der Gewalt auch andere europäische Metropolen erreicht.

HB ATHEN. Jugendliche haben am Donnerstag in der griechischen Hauptstadt Athen mindestens fünf Polizeiwachen mit Steinen und Flaschen angegriffen. Eine Person wurde mit Verletzungen ins Krankenhaus gebracht. Damit setzten sich die Ausschreitungen nach dem Tod eines 15-Jährigen durch Polizeischüsse den fünften Tag in Folge fort. In der Nacht hatten maskierte Jugendliche in Athen und in Thessaloniki wieder Steine und Molotow-Cocktails auf die Polizei geschleudert, die Tränengas einsetzte.

Vier Tage nach dem Tod des 15-jährigen - der die schwersten Krawalle seit Jahrzehnten in Griechenland ausgelöst hatte - hatte ein Untersuchungsrichter am Mittwochabend in Athen Untersuchungshaft gegen den Polizisten angeordnet, der den tödlichen Schuss abgegeben hatte. Nach Angaben seines Rechtsanwalts wird er jedoch durch die ballistische Untersuchung der tödlichen Kugel entlastet.

So komme der noch nicht veröffentlichte Bericht zu dem Schluss, dass es sich um einen Querschläger gehandelt habe, sagte der Anwalt griechischen Medien. Eine offizielle Bestätigung gab es dafür zunächst nicht.

Der 37-jährige Polizist hatte mehrmals beteuert, lediglich drei Warnschüsse abgefeuert zu haben; das Opfer sei von einem Querschläger getroffen worden. Er hofft nun, nicht wegen Totschlags oder gar Mordes belangt zu werden. Einem 31-jährigen Polizei-Kollegen wird Beihilfe zum Totschlag vorgeworfen. Auch er bleibt in Untersuchungshaft.

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