Polizistenmord von Heilbronn
Bundesanwaltschaft ermittelt wegen Terrorverdachts

Die verstorbenen Tatverdächtigen des Polizistenmords von Heilbronn gehörten wohl der rechten Szene an - und waren offenbar auch in eine Mordserie an Türken und Griechen verwickelt. Nun ermittelt die Bundesanwaltschaft.
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Zwickau/KarlsruheNiemand ahnte etwas, als das Haus im gutbürgerlichen Zwickauer Ortsteil Weißenborn vor einer Woche plötzlich explodierte. Niemand ahnte, was sich Tage später in den Trümmern finden würde. Nachbarn berichteten nur von einer sonst ganz netten Susann, die es plötzlich sehr eilig hatte. Die ihre beiden Katzen mit der Bitte übergab, auf sie aufzupassen, und dann die Straße davon rannte. Da soll es in der Obergeschosswohnung in der Frühlingsstraße 26 schon aus den Fenstern gequalmt haben.

Eine Woche später wird der Verdacht immer stärker, dass in der Frühlingsstraße 26 eine rechtsextreme Terrorzelle zu Hause war. Susann heißt eigentlich Beate Z. und soll das Haus selbst angezündet haben - offenbar, um Beweise zu vernichten. Wofür, das wird nach und nach ruchbar und nimmt täglich größere Dimensionen an.

Am Freitag zog die Bundesanwaltschaft die Ermittlungen wegen Terrorismusverdachts an sich. Der amtierende Generalbundesanwalt Rainer Griesbaum teilte mit, im Haus der mutmaßlichen Mörder in Zwickau sei die Pistole gefunden worden, mit der zwischen 2000 und 2006 die sogenannten Döner-Morde an sieben türkischstämmigen Deutschen und einem Griechen verübt worden seien.

Die Täter seien als Mitglieder einer rechtsextremen Gruppierung einzustufen, sagte Griesbaum. Zudem seien mehrere versandfertige DVDs an Nachrichtenagenturen und Islamische Kulturzentren gefunden worden, auf denen sich ein Propagandafilm einer Gruppe namens „Nationalsozialistischer Untergrund“ befunden habe. Die Filme offenbarten auch Täterwissen über die Imbissmorde, sagte Griesbaum. Außerdem sei Beweismaterial sichergestellt worden, das auf eine rechtsextremistische Motivation der Mordtaten hindeute. Die Behörde zog daher die Ermittlungen in beiden Fällen an sich.

„Es liegen zureichende tatsächliche Anhaltspunkte dafür vor, dass die Mordtaten einer rechtsextremistischen Gruppierung zuzuordnen sind“, erklärte die Bundesanwaltschaft. Vor einer Woche hatte die Polizei die beiden Männer Uwe B. und Uwe M. in einem Wohnmobil nahe Eisenach tot aufgefunden. In dem Wohnmobil entdeckten die Ermittler zudem die Dienstwaffe der im April 2007 getöteten Polizistin, nach deren Mördern seit Jahren gefahndet wird.

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  • Nachtrag, wenn ich mir schon so viel Mühe gemacht habe:

    http://siggi40.de/xy-ungel%C3%B6st/

  • „Die Gruppe soll nach Angaben des Erfurter Innenministeriums von einem V-Mann des Verfassungsschutzes geführt worden sein“.

    Erst hat man diese Vandalen im Brutkasten gezüchtet und nun, wo sie flügge sind und auch auf Grünuniformierte ballern, da haben wir auf einmal ein Problem?
    Als ich in Chemnitz von ca. 20 Paramilitärs (Sturm 34 aus Mittweida) ohne irgend einen ersichtlichen Grund umzingelt und massivst zusammengeschlagen wurde, standen keine 50m entfernt zwei Grünuniformierte und schauten seelenruhig zu! Da fragt man sich, welches der größere Abschaum ist.

    Die Spuren der Gewalttaten sind nicht zu übersehen. Die haben getötet, wen sie töten konnten. Die Blutspuren führen von einer Stadt in die andere. Aus einem Mord wurde nicht selten ein "Unfall". Das wahre Ausmaß der Massaker wurde so verharmlost.
    Jan Dreßler, Rechtsmediziner an der UNI Leipzig am 25.06.2009 in der LVZ: "40% der Totenscheine sind falsch, weil sich die Angaben auf den Totenscheinen nicht mit den Befunden bei der Autopsie decken".

    Nazi-Überfall Halberstadt – POLIZEI? „Totalversagen“ auf allen Ebenen!
    http://www.youtube.com/watch%3Fv%3DXmuM_1Z5WdQ&usg=__BDRV9Y7nrW2HFOv6i7JR5OJBYjw=&h=90&w=120&sz=3&hl=de&start=55&um=1&itbs=1&tbnid=PL45JDSU7kDeTM:&tb%20

    Leipzig mit den meisten Gewaltdelikten:
    http://www.freak-search.com/de/thread/408852/mehr_rechtsextreme_straftaten_in_sachsen_leipzig_mit_den_meisten_gewaltdelikten

    Und in Sebnitz gab es sogar noch einen Scheck vom Ministerpräsidenten. Na wenn den Jungs da keiner abgeht, wann sonst?
    http://www.wsws.org/de/2000/nov2000/jose-n30.shtml

    Der Todesfall des sechsjährigen Joseph Abdulla im ostdeutschen Kleinstädtchen Sebnitz in der Sächsischen Schweiz ist eine Warnung. Unabhängig von den letztendlich tatsächlichen Umständen seines Todes zeigt dieser Fall, wie weit fortgeschritten die Dominanz der rechten Banden in Ostdeutschland ist - mit Unterstützung der staatlichen Behörden und der CDU.

    +++ Nicht vergessen – nicht vergeben +++

  • Tja mein lieber Freund Zeitzeuge - da scheint wieder einer deiner Kollegen Dreck am Stecken zu haben.

    Harte Zeiten für euch, oder?

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