Pontifex-Nachfolge
Wetten, dass ein Ghanaer Papst wird?

Wenn es nach den Wettquoten geht, ist die Papst-Nachfolge längst entschieden. Bei britischen Glücksspielanbietern ist Kardinal Peter Turkson aus Ghana der Favorit. Es wäre nicht das erste Mal, dass sie richtig liegen.
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LondonIm glücksspielbegeisterten Großbritannien laufen die Wetten auf den nächsten Papst. Beim Buchmacher William Hill, einem der größten Anbieter von Wetten aller Couleur, ist Kardinal Peter Turkson aus Ghana Favorit, gefolgt von Angelo Scola aus Italien. „Ich denke unsere Kunden wetten auf Scola, weil viele der bisherigen Päpste aus Italien kamen“, sagte ein Sprecher des Buchmachers. Für eine Wette auf Turkson spreche die Vermutung, dass die Zukunft der katholischen Kirche in Afrika liege.

Wer derzeit zwei Pfund auf den Kardinal aus Ghana setzt, bekommt im Erfolgsfall seinen Einsatz plus fünf Pfund Gewinn ausgezahlt. Wer auf Scola setzt, bekommt elf Pfund für vier. Der Erzbischof von Wien, Christoph Schönborn, liegt immerhin noch mit einer Quote von 10:1 im Rennen. Ein deutscher Kardinal ist nicht unter den Wettfavoriten.

Bei William Hill schätzt man, dass bei allen britischen Buchmachern bis zur Papstwahl insgesamt eine Million britische Pfund (rund 1,16 Millionen Euro) eingesetzt werden. Das ist wenig verglichen mit den Einsätzen bei einem einzigen Premier-League-Fußballspiel, wo oft bis zu drei Millionen Pfund über den Tresen gehen. Trotzdem sei die Papst-Nachfolge für eine Wette außerhalb des Sports sehr stark, heißt es bei William Hill. Bei der Wahl des britischen Premierministers werde etwa doppelt so viel Geld gesetzt.

Der Wett-Experte Leighton Vaughan Williams, Professor an der Nottingham Business School, geht sogar von einem Gesamteinsatz von bis zu zehn Millionen Pfund aus. Damit wäre die Papstwahl eines der größten Wett-Ereignisse der Geschichte, außerhalb des Sports. Grundsätzlich sei es schwierig, die Papst-Wahlen einzuschätzen, weil im Gegensatz zu politischen Wahlen nur eine kleine Gruppe Menschen wählt, die möglichst wenig Informationen nach außen dringen lässt. Einen guten Hinweis soll es aber geben: „Die Wettquoten sind die beste Richtschnur, die wir uns denken können“, betont Williams.

„Vor dem Konklave 2005 war Kardinal Ratzinger der Favorit in den Wettbüros und verließ die Sixtinische Kapelle als neuer Papst.“ Das sei aber kein Einzelfall: „In der Geschichte wurde häufig derjenige Kardinal zum Papst gewählt, der kurz vor dem Konklave bei den Buchmachern als Favorit gehandelt wurde – auch wenn sich die Quoten während des Konklaves noch einmal geändert haben.“

Die Wett-Leidenschaft bei Papst-Wahlen hat eine lange Tradition, sagt Williams. „Organisiertes Wetten auf die Identität des nächsten Papstes kann mindestens bis zum Jahr 1513 zurückverfolgt werden, als Leo X. gewählt worden war.“ Auf den amerikanischen Präsidenten sei erst 350 Jahre später gesetzt worden. „Wir wissen, dass beispielsweise 1549/1550 römische Banken Wetten zur damaligen Papstwahl organisierten.“ Und auch damals sei der Favorit auch tatsächlich Papst geworden.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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  • Ich würde die Wahl dieses Typen begrüßen, denn damit wäre das Verharren im 14. Jahrhundert zementiert und manifestiert. Ich glaube allerdings nicht, daß es - wie "Bob" meint - eine Austrittswelle in der EU gäbe. Immerhin sind Gläubische ja das, als was sie die Kirche auch tituliert: nämlich Schafe. Und hat man je davon gehört, daß Schafe gegen ihren Hirten aufstehen? Niemals. Wer noch denken kann, steigt aus, wer nicht (und das dürfte die Überzahl sein) wird durch so einen Typen erst so richtig fanatisiert und radikalisisert. Sauber, Kirche, das kriegt Ihr hin.

  • Die Austrittswelle in der EU wäre phänomenal...

  • Selbst das ultrakonservative Amerika hat den Sprung gewagt, und einen NICHT-Weißen als Präsidenten gewählt - zum zweiten Mal !!! Wie konservativ sind die wahlberechtigten Katdinäle ???

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