Popstar erklärt sich erneut für unschuldig
Michael Jackson in zehn Punkten angeklagt

US-Popstar Michael Jackson hat sich nach einer erheblich erweiterten Anklage wegen Kindesmissbrauchs und anderer schwerer Straftaten erneut für unschuldig erklärt. Der 45-jährige Jackson erschien am Freitag mit einem neuen Anwalt an seiner Seite im kalifornischen Santa Maria vor Gericht.

HB SANTA MARIA. Hunderte Fans hatten vor einem eigens für den Anhörungstermin errichteten Drahtzaun auf ihren „Jacko“ gewartet. Einige trugen Plakate mit der Aufschrift „Michael, Gott und wir wissen, dass du 100-prozentig unschuldig bist“. Der Star fuhr pünktlich im schwarzen Geländewagen vor. Im weißen Hemd mit roter Krawatte und schwarzem Blazer winkte er huldvoll seinen Fans zu.

Die Anklageschrift wurde neben den bereits bestehenden Vorwürfen um drei zusätzlich belastende Punkte auf insgesamt zehn Punkte ausgeweitet. Grundlage hierfür war er erst kürzlich unter Ausschluss der Öffentlichkeit vorgenommene Zeugenvernehmung vor der Grand Jury gewesen. Im Zentrum des Verfahrens steht ein namentlich nicht genannter Minderjähriger, an dem sich Jackson vergangen haben soll.

Bisher wurden dem Popstar sieben Fälle unzüchtigen Verhaltens gegenüber dem Jungen im Alter unter 14 Jahren vorgeworfen. Zudem soll er dem Kind in zwei Fällen Alkohol gegeben haben, um es sich gefügig zu machen. Nun kamen zusätzlich noch die Vorwürfe der Kindesentführung, Freiheitsberaubung und Erpressung hinzu. Jackson hatte zuvor schon alle Vorwürfe als „große Lüge“ zurückgewiesen. Dass er sich für „nicht schuldig“ bekennen würde, war allgemein erwartet worden.

Vor zehn Jahren hatte ein Junge ähnliche Vorwürfe gegen den Popstar erhoben. Damals legte Jackson den Fall außergerichtlich mit einer Millionen-Zahlung bei, verneinte aber jede Schuld.

Bei der Anhörung am Freitag wurde Jackson von seinem neuen Anwalt Thomas Mesereau vertreten. Erst vor wenigen Tagen hatte Jackson seine Star-Verteidiger Mark Geragos und Benjamin Brafman gefeuert. „Es ist absolut notwendig, dass ich die volle Aufmerksamkeit derjenigen habe, die mich vertreten. Mein Leben steht auf dem Spiel“, begründete der Sänger seine Entscheidung. Durch den Anwaltswechsel wird sich der für Dezember angepeilte Prozess gegen Jackson vermutlich verzögern.

Die Sicherheitsvorkehrungen während des Gerichtstermins in der Nähe von Jacksons Neverland Ranch waren streng. Die Behörden wollten eine Wiederholung von Jacksons Auftritt im Januar verhindern, als er auf das Dach seines Autos kletterte und dort vor den versammelten Journalisten tanzte.

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