Porsche-Enkel Ferdinand Piëch
Herr Toyoda aus Salzburg

Schon in seiner Zeit als VW-Chef wollte Porsche-Enkel Ferdinand Piëch VW zu einem Autokonzern mit der Kompetenz vom Rennboliden bis zum 40-Tonner aufbauen. Jetzt will der ehrgeizige Ingenieur aus Volkswagen, Porsche, MAN und Scania einen globalen Automobilkonzern erschaffen - nach dem Vorbild der Japaner

STUTTGART. Als Ferdinand Piëchs größtes Problem gilt, dass er Piëch und nicht Porsche heißt. Dass er deshalb immer nur dem Vorbild seines Großvaters, des genialen Konstrukteurs des VW-Käfers, Ferdinand Porsche, nacheifern will, klingt schlüssig, greift aber zu kurz.

Der heute in Salzburg wohnhafte Milliardär, Miteigentümer von Porsche und Aufsichtsratsvorsitzender von VW, ist einen langen Weg gekommen. Als Porsche-Technik-Chef war dem ehrgeizigen Ingenieur nach Familienstreitigkeiten 1972 der Weg an die Spitze verwehrt. Kein Familienmitglied durfte danach noch Porsche-Chef werden. Er wich zu Audi aus. Ohne Hausmacht arbeitete er sich in 20 Jahren zum Audi-Chef hoch. Die angestaubte Marke führte er zur Überraschung der Fachwelt dank technischer Neuheiten wie dem permanenten Vierradantrieb oder der Alukarosserie an die Nobelkarossen von Mercedes und BMW heran. Auch den Chefposten bei VW musste er sich anschließend hart erkämpfen.

Schon in seiner Zeit als VW-Chef wollte der ehrgeizige Ingenieur VW zu einem Autokonzern mit der Kompetenz vom Rennboliden bis zum 40-Tonner aufbauen und direkt gegen Daimler positionieren. Seine aktive Zeit als VW-Manager, neun Jahre dauerte seine Regentschaft in Wolfsburg, reichte dafür nicht aus. Fehlschläge wie die Luxuskarosse Phaeton, aber auch Kompromisse mit dem Land Niedersachsen auf der Kapitalseite und den Beschäftigten - auch wenn er Letzteres virtuos beherrscht - hielten den Porsche-Enkel auf. Von seiner Mission hat er aber nicht abgelassen. Deshalb wollte er 2002 unbedingt den Aufsichtsratsvorsitz bei VW und bekam ihn. Mit nur einem Wort antwortete Piëch in einem Interview auf die Frage, warum er den Posten angestrebt hat: "Kontinuität".

Die Milliarden, die Porsche-Chef Wiedeking im vergangenen Jahrzehnt mit seinen Sportwagen verdiente, ermöglichten den Griff nach VW. Diese einmalige historische Chance konnte sich Piëch als Vorkämpfer der beiden Porsche-Eigentümerfamilien nicht entgehen lassen. Seine Mission hat sich damit erweitert. Es geht um einen Konzern in Familienhand und langfristig um die Herrschaft auf dem Weltautomarkt.

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