Porträt
Die Königin der Superlative

Unter ihr haben bisher zwölf Premiers gedient, sie ist der zweitdienstälteste, aktive Monarch der Welt, feiert jedes Jahr zwei Mal Geburtstag und hat sogar eine Goldene Schallplatte: Queen Elizabeth II regiert seit 1952.
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London1,63 Meter groß, 85 Jahre alt, 60 Jahre lang im Amt - Elizabeth II. Königin von Großbritannien, feiert am Montag, 6. Februar, ein Dienstjubiläum, für das es kaum ein Vorbild gibt. Nur ihre Ururgroßmutter Victoria war von 1837 bis 1901 noch drei Jahre länger im Amt.

Das schafft kein Diktator und kein Partei-Apparatschik, keine Militär-Junta und schon gar kein Bundespräsident. Und das auch noch praktisch unangefochten und vollkommen krisenfest. Wenn Queen Elizabeth II. heute den 60. Jahrestag ihrer Thronbesteigung feiert, ist die kleine Frau mit den pastellfarbenen Kostümen auf dem vorläufigen Höhepunkt ihrer Popularität angekommen.

Inzwischen 85 Jahre alt, ist die Queen in Großbritannien und weltweit zur Kultfigur gereift. Nach dem thailändischen König Bhumipol ist sie die Nummer zwei unter den dienstältesten aktiven Monarchen der Welt. „Kontinuität“ ist das Wort, das den meisten Briten über die Lippen kommt, wenn sie über ihre Königin reden. Noch vor zehn Jahren waren die Hälfte der Menschen im Vereinigten Königreich für die Abschaffung der Monarchie.

Für einen solchen Vorschlag kann sich heute noch höchstens ein Drittel erwärmen. „Lilibet“ hat dem Nachkriegs-England ihren Stempel aufgedrückt - ein neues elizabethanisches Zeitalter begründet. Wenn sie gesundbleibt, wird sie in gut drei Jahren ihre Ururgroßmutter Victoria überholen und die längste regierende Königin Großbritanniens aller Zeiten werden.

Dass die Queen vor ihrem Tod abdanken und ihrem ältesten Sohn Charles (63) den Weg auf den Thron freimachen könnte, hält unter den Hofberichterstattern in London kaum jemand für möglich. Abgesehen von verfassungsmäßigen Verwerfungen: Es würde nicht zu ihrem Lebensinhalt der Pflichterfüllung passen.

Die Queen hat es geschafft, die altbackene, 1000 Jahre alte Monarchie als Staatsform ins 21. Jahrhundert zu führen - so modern wie nötig, so konservativ wie möglich. „Wandel zum Machterhalt“ heißt dieses Prinzip. Schon Victoria hatte es exzellent beherrscht. Heute kolportiert der Palast, die Königin arbeite am Laptop und verbreitet ihre Botschaften über Facebook und Twitter. Niemand außerhalb des Buckingham Palastes weiß, wie viel davon geschickte PR-Strategie ist.

Die Königin, die Pferde liebt und bodenständige Küche schätzt, ist zur einen Hälfte eine gesellschaftliche Figur. Die britische Boulevardjournaille stürzt sich auf alles was die Monarchin und ihre teils ehrenwerte Familie - die „Firma“ und ihre Chefin - öffentlich und auch privat so treiben. Zum anderen Teil ist Elizabeth politisches Oberhaupt von 16 Staaten - neben dem Vereinigten Königreich von Großbritannien und Nordirland auch noch die sogenannten Realms - von Kanada bis Tuvalu.

Kommentare zu " Porträt: Die Königin der Superlative"

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  • Ehre dem, dem Ehre gebührt

    was heute die Drogenbarone im Kleinen sind (max 10. - 20.000 Tote / a), war früher die britische Krone.

    Ich finde, vor so eine Glanzleistung sollte man schon den Hut ziehen.

  • Bei so viel Lobhudelei auf die alte Schachtel muss man aufpassen, dass man keinen Pflaumensturz kriegt.

  • Der Observer enthüllt, warum die Queen immer so nett ist

    Der Erste Opiumkrieg war ein militärischer Konflikt zwischen Großbritannien und dem Kaiserreich China der Qing-Dynastie von 1839 bis 1842.

    Als Ergebnis des Kriegs wurde China zur Öffnung seiner Märkte und insbesondere zur Duldung des Opiumhandels gezwungen.

    »Es ist schon eine Rarität, eine seltene und angenehme Überraschung, wenn in der britischen Presse einmal Nachrichten über das Königshaus stehen, die der Wahrheit nahe kommen. Letzte Woche wetteiferte eine solche Nachricht mit den Schlagzeilen zu den weltpolitischen Ereignissen auf der ersten Seite der ehrwürdigen Londoner »Times« vom 27. August 1993. Die Überschrift:,»Königliche Familie war »high« in den Highlands.« DerArtikel, der auf eimen sorgfältig recherchierten Bericht des schottischen Magazins »Leopard« basiert, enthüllt, daß im britischen Königshaus Drogen und Rauschgift zum selbstverständlichen Zubehör gehören.

    Anhand von Originaldokumenten bewies »Leopard«, daß Königin Viktoria und ihre Entourage, zum Beispiel die Churchill- und Rothschild-Famillen, regelmäßig bei einer Apotheke in den Highlands größere Posten Kokain, Heroin und andere Rauschgifte orderten.

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