Porträt
Sir Peter Ustinov: Verehrter und geliebter Weltbürger

Die ganze Welt verehrte den Schauspieler. Die Deutschen aber liebten ihn. Doch das Multi-Talent wollte nie nur Schauspieler sein.

HB GENF. Mit der Queen hat er getanzt, der Papst wollte mit ihm Tennis spielen. Wenn er Geburtstag hatte, gratulierte ihm der UN-Generalsekretär - im Namen der Vereinten Nationen, schließlich war er Sonderbotschafter des Kinderhilfswerkes Unicef. Die ganze Welt verehrte den Schauspieler Sir Peter Ustinov. Die Deutschen aber liebten ihn. Umgekehrt spielte er auch am liebsten vor deutschem Publikum: „Es erlaubt einem auch mal ernste Augenblicke, während die Engländer die ganze Zeit lachen wollen.“

Sir Peter starb in der Nacht zum Montag kurz vor seinem 83. Geburtstag am 16. April in einer Klinik in Genolier bei Genf. Im nahe gelegenen Bursins oberhalb des Genfer Sees und umgeben von Weinbergen hatte Ustinov über Jahrzehnte gelebt. Nachdem sich der Künstler zuletzt nur noch im Rollstuhl fortbewegen konnte, musste er die letzten beiden Monate in der Klinik verbringen. Öffentliche Auftritte wurden abgesagt. Nach Angaben eines Freundes führten die Herzprobleme und die Folgen der Zuckerkrankheit schließlich zum Tod.

Zwar wuchs er in England auf, doch mit einem deutschen Pass. Er sei in St. Petersburg gezeugt, in London geboren und in Schwäbisch Gmünd getauft worden, sagte er einmal. Der Vater war Presseattaché der Deutschen Botschaft in London, bis er sich mit Hitlers Außenminister Joachim von Ribbentrop überwarf und britischer Spion wurde. Ustinov erinnerte sich: „Wenn in der Schule mal jemand nett zu mir sein wollte, dann erzählte er mir: „Mein Vater sagt immer, die deutschen Schützengräben im Krieg waren viel sauberer als die französischen.“ Dann musste ich zugeben, dass meine Mutter Französin war.“

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