Porträt von Metin Kaplan
„Kalif von Köln“ strebt Weltherrschaft des Islam an

Metin Kaplan war als Anführer der militanten Islamisten-Organisation „Kalifatsstaat“ in Köln bis zu seiner Verhaftung stets im Visier der Verfassungsschützer.

HB/dpa KÖLN. Über seine Organisation hetzte der heute 50-Jährige gegen Juden, den türkischen und israelischen Staat. Ziele des selbst ernannten „Kalifen“ waren die Errichtung eines islamischen Gottesstaates in der Türkei und die Weltherrschaft des Islam.

Am 15. November 2000 wurde Kaplan vom Düsseldorfer Oberlandesgericht wegen öffentlichen Aufrufs zu einer Straftat zu vier Jahren Haft verurteilt. Bereits seit 25. März 1999 saß er in Untersuchungshaft. Der „Kalifatsstaat“ war im Dezember 2001 als demokratie- und verfassungsfeindliche Organisation verboten worden. Bis zum Vereinsverbot hatte Kaplan bundesweit rund 1100 Anhänger um sich geschart, davon die Hälfte in NRW.

Den „Kalifatsstaat“ hatte der Fundamentalist von seinem Vater Cemaleddin Kaplan, dem „Khomeini von Köln“, 1995 übernommen. Dabei war es zunächst zu einem Nachfolgestreit mit seinem Widersacher Ibrahim Sofu gekommen. Der „Kalif von Köln“ rief zum Mord an seinem Rivalen auf, der im Mai 1997 von Unbekannten in Berlin getötet wurde.

Metin Kaplan war 1983 aus der Türkei nach Deutschland gekommen und 1992 als Asylberechtiger anerkannt worden. Jahrelang lebte er von Sozialhilfe. Das Vermögen seiner Organisation wurde vom Verfassungsschutz später auf mehrere Millionen geschätzt. Ein harter Kern von rund 100 Kaplan-Getreuen soll im Untergrund weiter aktiv sein und sich regelmäßig in Köln-Nippes treffen.

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