Postbank-Chef Wolfgang Klein Wellenreiten im Finanzsturm

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Was folgt, ist eine Zeit mit "ganz vielen schlaflosen Nächten", wie Klein unumwunden gesteht. Denn jeden Tag scheinen die Subprime-Wellen höher zu schlagen - und Klein muss zusehen, dass sie nicht sein Institut erfassen. Dabei lernt er jeden Tag mehr über die Tiefen der Finanzverquickungen im Markt. "Ich hatte vorher das Privatkundengeschäft der Postbank geleitet und nichts mit Subprime zu tun."

Gleich am Montag fliegt Klein weiter auf zuvor geplante Investorentreffen nach New York, am Donnerstag dann nach Bonn zu einem der Gespräche, die die BaFin mit deutschen Banken führt. Am Freitag ist London an der Reihe. Hier wird mittlerweile heftig gegen die Postbankaktie spekuliert. Eine kleinere Bank mit niedriger Kernkapitalquote. "Wir passten ins Beuteschema", meint Klein. Spekulationen, die Postbank könnte eine Kapitalerhöhung brauchen, kursieren. Klein hält dagegen, doch als Teil seiner Feuertaufe erkennt er: "Manchmal sind Sie Gerüchten total ausgeliefert."

Dabei hilft dem Banker nicht, dass die Subprime-Wellen zunächst nur deutsche Institute treffen. Noch heute ärgert er sich über einen Kommentar in der britischen Financial Times, warum Deutschland solch intelligente Ingenieure und solch dumme Banker hervorbringe. Ironischerweise wird die Überzeugungsarbeit für den Postbankchef leichter, als auch Institute in der Schweiz, in den USA und Großbritannien Flutschäden melden. "Aber die Herausforderungen sind dadurch noch größer geworden", meint er mit Blick auf die globale Vertrauenskrise.

Für ausgestanden hält Klein die Krise noch nicht. Doch zum ersten Mal wird er sich über die Weihnachtstage seit diesem 26. Juni wieder trauen, Urlaub zu nehmen - und hofft mit einem Augenzwinkern, dass das kein schlechtes Omen ist.

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