Postleitzahlenbuch, die Zweite
Von 54289 bis 08267

Eigentlich wollte die Post sich auf solche Spielchen gar nicht einlassen. Eine Neuauflage des Postleitzahlenbuchs sei unsinnig, da es inzwischen einen Suchservice im Internet gebe. Aber zahlreiche Beschwerden bewegten den Konzern zum einlenken. Immerhin: Die Neuauflage enthält gut 3 000 neue Einträge.

HB BERLIN. Fünf Jahre ist es her, dass sich Pfarrer Alois Fuchs aus 83024 Rosenheim ein neues Postleitzahlenbuch beschaffen wollte - aber keines mehr bekam. Der heute 68-Jährige schrieb an den Petitionsausschuss des Bundestags, der intervenierte bei der Deutschen Post, und nun ist eine zweite Auflage tatsächlich da: 938 Seiten dick und gelb wie der zwölf Jahre alte Vorgänger, wurde das neue Postleitzahlenbuch am Donnerstag in Berlin präsentiert. An diesem Dienstag (4. Oktober) kommt es zum Preis von 6,95 € in die Filialen. Die erste Ausgabe 1993 war noch kostenlos gewesen.

Auch sonst hat sich einiges geändert: Den Anfang macht nun 54298 Aach b. Trier (anstelle von 87543 Aach i. Allgäu), während am Ende 47559 Zyfflich Platz gemacht hat für 08267 Zwota. Insgesamt gibt es über 60 000 Änderungen, was durch Eingemeindungen oder Neubaugebiete zu erklären ist. Das neue Buch umfasst knapp 30 000 Postleitzahlen, das sind rund 3000 mehr als im alten. Diese wurden zum Beispiel an Großkunden oder die eigenen Paket-Stationen der Post vergeben.

Unter Verweis auf den Suchservice im Internet hatte sich die Post die Kosten für den Neudruck eigentlich sparen wollen. Verpflichtet dazu sei sie ohnehin nicht - im Gegensatz zur Telekom, die das Telefonbuch und die Gelben Seiten alljährlich neu herausgibt. Letztlich habe „auch der politische Druck“ zum Sinneswandel beigetragen, räumte Konzernvorstand Hans-Dieter Petram ein. Nach Pfarrer Fuchs hatten sich weitere Bürger beim Petitionsausschuss beschwert. Die Post gab schließlich eine Marktstudie in Auftrag, die den Neudruck nahe gelegt habe, sagte Petram.

Die Auflage (drei Mill. Exemplare) fällt im Vergleich zum Vorgänger (43 Millionen) bescheiden aus. Dem Buch von 1993 war allerdings auch die Umstellung von vier- auf fünfstellige Postleitzahlen vorausgegangen. Was Umfang und Gewicht betrifft, tun sich kaum Unterschiede auf. Die 2005er-Ausgabe ist genau 1,280 Kilogramm schwer. Für den Urlaub, wo man sie zum Beispiel brauchen könnte, taugt sie also kaum.

Sollte Pfarrer Fuchs die eigene Postleitzahl suchen, findet sich 83024 Rosenheim auf Seite 736. Allerdings will sich der Initiator nun vorerst gar kein neues Buch anschaffen: „Ich möchte der Post nicht durch einen vorzeitigen Kauf die Chance nehmen, mir das neue Postleitzahlenbuch zu schenken.

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